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Aktuelles - Detail

Zu viele Chancen liegen gelassen

Handball-Oberliga Hessen, weibliche Jugend A:

HSG Hungen/Lich wird zum dritten Mal Hessenmeister / SG Kleenheim/Lang-Göns hatte in den letzten vier Minuten drei Mal die Chance zum Ausgleich, der zum Hessentitel gereicht hätte / Knapper 22:20 (13:11)-Sieg der Gastgeberinnen lässt auf gute Abwehrleistungen schließen / Hüttenberg gewinnt abschließende Partie

 

(vk) Im höherklassigen Jugendhandball auf Hessenebene stand die letzte Entscheidung bei der weiblichen Jugend A an, nachdem alle anderen Spielklassen ihre Saison abgeschlossen hatten. Dabei fiel die Entscheidung um die Hessenmeisterschaft. Der bisherige Zweite HSG Hungen/Lich (32:4 Punkte) holte sich mit einem 22:20 (13:11)-Heimsieg über Tabellenführer SG Kleenheim/Lang-Göns (31:5) zum dritten Mal die Hessenmeisterschaft. Vor 460 Zuschauern in der Stadthalle Hungen hätte dem Gast ein Unentschieden zum Titel gereicht. Der TV Hüttenberg (10:26) sicherte sich am letzten Spieltag mit einem 34:31 (20:13)-Erfolg bei Schlusslicht JSG Fulda/Petersberg (5:31) endgültig den achten Platz. Rang drei ging an die SG 09 Kirchhof (26:10) nach einem 34:27-Heimsieg über den Vorletzten TSG Oberursel (8:28). Der Vierte HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden (22:14) unterlag beim Fünften HSG Bensheim/Auerbach (1818) mit 33:39. Und auch der Sechste HSG Sulzbach/Leidersbach (14:22) musste beim nunmehr punktgleichen Siebten wSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt (14:22) eine 32:37-Niederlage hinnehmen.

HSG Hungen/Lich - SG Kleenheim/Lang-Göns 22:20 (13:11)

In einem hochklassigen Jugendhandballspiel hatten beide Teams vor der tollen Kulisse von 460 Zuschauern in der Stadthalle Hungen bei der Chancenverwertung mit den Nerven zu kämpfen. So boten die beiden Torhüterinnen Kune Jetishi (Hungen/Lich) und Anne Mack geradezu überragende Leistungen und parierten mehrfach völlig freistehend. Insgesamt wurden auch sieben Siebenmeter (!) auf beiden Seiten nicht genutzt. Kleenheim/Lang-Göns gelang zwar das erste Tor durch Lisa Kiethe (2.), ehe Hungen/Lich durch Lena Eichhorn mit 3:1 (6.) in Führung ging. Beim 7:3 (13.) hatte Rabea Wehrum einen Gegenstoß verwertet. Dennoch kämpfte sich die Langgönner Spielgemeinschaft wieder heran und nach zwei Glanzparaden von Torhüterin Anne Mack, gelang Linkshänderin Lisa Kiethe nach einem Doppelschlag der 8:8-Ausgleich (22.), der dem Gast zur Hessenmeisterschaft gereicht hätte, weil das Hinspiel in Lang-Göns mit 24:23 gewonnen wurde. Kiethe gelang mit einem tollen Heber von Rechtsaußen beim 9:9 (24.) wieder der Gleichstand, ehe Carmelina Mulch das 11:9 (26.) und 13:10 (28.) gelang. Tabea Neul verkürzte Sekunden vor dem Wechsel auf 11:13 für Kleenheim/Lang-Göns. Beim Gast hatten die ansonsten treffersicheren  Elena Schuch und Leonie Kuschel ungemein viel Wurfpech und offenbar auch wie viele Spielerinnen auf beiden Seiten mit den Nerven zu kämpfen. Alleine Elena Schuch, ansonsten eine Bank im Spiel der Gäste, traf vier Mal die Torumrandung. Die Gastgeberinnen übernahmen nach dem Wechsel zunächst eindeutig die Initiative. Kleenheim/Lang-Göns gelangen nur zwei Treffer in der ersten 16 Minuten (!) des zweiten Spielabschnitts. Nach dem 12:14 (33.) durch erneute Kiethe erhöhte Hungen/Lich auf 18:12 (41.) durch Hannah Niebergall, die für den Drittligisten HSG Gedern/Nidda per Zweitspielrecht spielt. Erst nach Carmelina Mulchs 20:13 (43.), die einem Tempogegenstoß versenkt hatte, kamen die Gäste wieder zu sich und glaubten mehr und mehr wieder an ihre Chance. Bis auf 18:20 (54.) erneut durch die neunfache Torschützin Lisa Kiethe kam Kleenheim/Lang-Göns heran und auf einmal schien wieder vieles möglich. Auch Mulchs 21:18 (55.) war noch nicht die Entscheidung. Nele Barnusch und Lisa Kiethe brachten den Gast auf 20:21 (56.) heran. Die Gäste hatten dann drei Mal die Chance zum Ausgleich und Torhüterin Anne Mack kann sogar einen Siebenmeter noch parieren (58.), ehe Aimee Mitzkat Sekunden vor dem Abpfiff von Rechtsaußen mit dem 22:20-Siegtreffer die dritte Hessenmeisterschaft für Hungen/Lich perfekt machte. „Es war ein Jugendhandballspiel auf sehr hohem Niveau, Glückwunsch an meine Mannschaft, wir waren in der zweiten Halbzeit voll bei der Sache und sind hoch konzentriert ins Spiel gegangen“, lobte Hungen/Lichs Trainerin Kirsten Schindler, die ihre Mannschaft gut eingestellt hatte - auch auf die zu erwartende Manndeckung  gegen Spielmacherin Hannah Niebergall. „In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Chancen ausgelassen, die 6:0-Abwer stand optimal, wir haben Kleenheim/Lang-Göns zu dem Punkt gebracht, das sie nicht mehr werfen wollten oder konnten, wir haben das Spiel in der Abwehr entschieden“, bilanzierte Schindler.

„Glückwunsch an Hungen/Lich, der Sieg ist verdient, Knackpunkt war für mich ein Sieben-Tore-Rückstand in der zweiten Halbzeit“, sagte Kleenheim/Lang-Göns scheidender Trainer Tim Straßheim, der nach sechs Jahren als Jugendtrainer ausscheidet; auch Lisa Schäfer ist in der neuen Runde nicht mehr dabei. Lediglich Yannik Woiwod gehört weiter zum Trainerstab. „Wir haben letztlich kein Mittel gegen Niebergall gefunden und auch in der Manndeckung im Spiel Fünf gegen Fünf nicht gut gearbeitet, wenn der Ausgleich gefallen wäre, hätten wir es schaffen können beim 20:21, Hungen/Lich war einfach auch abgezockter als wir, schade nur, wir waren so lange Erster, haben trotzdem eine überragende Runde gespielt und hatten es in der eigenen Hand, mir haben die sechs Jahre einen Riesenspaß gemacht“, erklärte Straßheim abschließend.

HSG Hungen/Lich: Jetishi, Stövesand (n.e.); Fink (2), Mitzkat (5/2), Lucia Schneider, Niebergall (2), Kötter, Carmelina Mulch (5), Oehler, Knoblauch (2), Wießner, Eichhorn (3), Wehrum (3), Preiß.

SG Kleenheim/Lang-Göns: Mack, Dickhaut (bei einem Siebenmeter, 37.-41.Min); Ulm (1), Heidt, Barnusch (3), Hänsel (1), Bretz (1), Itter, Schuch (2/1), Kuschel, Bartosch, Nicolai, Neul (3/1), Kiethe (9).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Gorzawski/Günther (HSG VfR/Eintracht Wiesbaden). / Zuschauer: 460. / Zeitstrafen: 2:4 Minuten (Niebergall - Barnusch, Nicolai). / Siebenmeter: 6/2 - 5/2 (!).

 

 

                                  Volkmar Köhler