(vk) Offenbar völlig diametral verläuft derzeit die Entwicklung der beiden Nachbarn HSG Kleenheim-Langgöns II und TSV Griedel in der Landesliga Mitte der Frauen. Im Derby blieben die Kleenheimerinnen im dritten Spiel zum dritten Mal bei der deutlichen 20:28 (10:14)-Heimniederlage ohne Punktgewinn und sind Tabellenletzter, dagegen weist die Mannschaft aus dem Butzbacher Stadtteil (bei einem Spiel Rückstand) makellose 4:0 Punkte auf.
Dabei legten die Kleenheimerinnen endlich einmal gut los und gingen mit 3:1 (5.) durch Julia Wohlrab in Führung. Griedel verkürzte aber immer wieder wie beim 3:4 (9.) durch die Ex-Fernwalderin Jacqueline Schmitt. Durch einen Tempogegenstoß der schnellen Marie Hänsel setzten sich die Gastgeberinnen auf 6:3 (10.) ab. Sarah Marwald verwandelte einen Siebenmeter zum 7:4 (13.) und die wegen einer Verletzung an der rechten Wurfhand gehandicapte Kleenheimer Co-Trainerin Lisa Schäfer sorgte nach 18 Minuten für das 9:6. Nach dem Kleenheimer 10:8 (20./Marwald-Siebenmeter), klappte bei den Gastgeberinnen gar nichts mehr und Griedel setzte sich nach sechs Treffern in Folge auf 14:10 bis zur Pause ab. Kleenheim-Langgöns II kam nach der Pause nicht mehr zurück zum Spiel der ersten 20 Minuten und der Rückstand wuchs auf 12:20 (39.) an. Bei Kleenheim-Langgöns II hatte eine Auszeit auch nichts genutzt, dann verletzte sich auch noch Elena Schuch (40./Gehirnerschütterung) und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Mit einer doppelten Manndeckung Marie Hänsel gegen Madelene Dietz und später Tabea Neul gegen die groß gewachsene Theresa Wicke, die sogar für knapp drei Minuten ins Tor musste, weil sich die einzige TSV-Torfrau Pauline Wicke an der Hand verletzt hatte, kam aber auch keine Wende mehr zustande. Isabell Schepp verkürzte auf 17:22 (48.). Nach dem 18:23 (49.) gerieten die Gastgeberinnen mit 18:26 (54.) durch einen verwandelten Siebenmeter von Julia Krombach wieder deutlicher ins Hintertreffen. Die Kleenheimer Defensive hatte kein probates Mittel, um die starken Griedeler Außenstürmerinnen auszuschalten. Schepp verkürzte auf 20:26 (56.), doch zwei verwandelte Siebenmeter von Lisa-Sophie Frank stellten den Griedeler 28:20 (14:10)-Sieg sicher.
„Wir sind natürlich alle sehr enttäuscht, aber wir dürfen uns nicht wundern, wir haben mutlos und kopflos gespielt und haben auch zu früh die Köpfe wieder hängen lassen“, erläuterte Kleenheims Trainer Tim Straßheim, der auch die Einstellung seiner Mannschaft monierte. „Wir haben Fehler gemacht, die so nicht passieren dürfen, Griedel hat einfache Sachen gemacht, die aber richtig gut gemacht, mit Herz gespielt und verdient gewonnen“, sagte Straßheim weiter. „Der Schock sitzt tief, das wird schwer die Mannschaft wieder aufzurichten, natürlich besteht Redebedarf“, so der Kleenheimer Trainer. Sein Gegenüber Martin Schmitt war natürlich glücklich. „Am Ende haben wir über die 60 Minuten gesehen absolut verdient gewonnen“, erklärte Schmitt. „Wir haben uns nach der schwachen Anfangsphase nicht aus der Ruhe bringen lassen, als Kleenheim wechseln musste, ist das Spiel gekippt, alle haben ihre Sache gut gemacht und stabil gespielt, das sind für mich nun vier Punkte gegen den Abstieg“, sieht der Griedeler Trainer die zwei Siege seiner Mannschaft.
HSG Kleenheim-Langgöns II: Caro Altenheimer (bis 22., 31.- 39.Min.), Marlen Stahl; Nele Barnusch (2), Tabea Neul, Marie Hänsel (4), Lisa Ulm, Lisa Schäfer (3), Leonie Kuschel, Julia Wohlrab (2), Maria Kreß (1), Elena Schuch, Lauren Bretz, Isabell Schepp (5/1), Sarah Marwald (3/3).
TSV Griedel: Pauline Wicke, Theresa Wicke (3 / 28.-30.Min.): Annika Knoblauch (1), Lena Wawrzinek (4), Julia Krombach (6/4), Franziska Freitag, Gianna Maria Gros, Jacqueline Schmitt (6), Laura Brück, Katarina Dietz, Lisa-Sophie Frank (5/2), Anna-Lena Eichler, Madelene Dietz (3).
Im Stenogramm / Schiedsrichterinnen: Nicole Fung-Lyn Mangels / Meike Kempf (TG Friedberg) / Zuschauer: 90. / Zeitstrafen: 8:4 Minuten (Barnusch, Ulm, Schäfer/zwei - Wawrzinek, Brück). / Siebenmeter: 5/4 - 7/6.
Volkmar Köhler