(vk) Die SG Kleenheim hat auch ohne „Fünf“ und ohne „Cheftrainer“ Julian Reusch die Hürde beim Tabellenletzten HSG Plesse-Hardenberg in der 3.Liga Ost der Frauen mit einem 29:19 (14:6)-Auswärtssieg mit Bravour genommen.
„Ich habe lange nicht mehr so eine schöne Abwehrleistung gesehen“, sagte Kleenheims verantwortlicher Trainer, Co-Trainer Etienne Emmert. Der Schwabe vertrat Interims-Cheftrainer Julian Reusch, der ein Spiel mit der Männer-Oberligamannschaft gegen Wiesbaden hatte. Zudem fehlten bei den Gästen weiter Tanja Schorradt, Kim Winkes (beide verletzt) sowie erstmals in dieser Saison aus beruflichen Gründen die in den ersten sieben Spielen überragende Katharina Wagner. Nur „passiv“ auf dem Spielbericht standen zudem Torhüterin Madeleine Buhlmann und Jacqueline Fink (beide noch verletzt).
Mit einem guten Start und einer 3:0-Führung (4.) durch Nina Hess waren die Mittelhessen vor den Toren Göttingens vielversprechend in die Partie gestartet. Aber es sollte noch viel besser kommen. Nach Maike Rombachs Siebenmetertor zum 2:5 (11.), setzten sich die Kleenheimerinnen auf 8:2 (17.) durch Carolina Fischer, die mit vier Treffern einen guten Part für Katharina Wagner spielte, ab. Zudem hatten die Kleenheimerinnen Michaela Eisenhardt als abwehrstarke Kreisläuferin reaktiviert. Nach Celina Kunzes 4:8 (20.) für die Niedersachsen, drehte Kleenheim richtig auf und Nina Hess gelang in Unterzahl das 13:4 (27.) für die Mittelhessen, die dann in der 29.Minute erst das fünfte Gegentor kassierten. Die Seiten wurden aus Sicht des weiter punktlosen Tabellenletzten beim 6:14 gewechselt. 46 Sekunden nach Wiederanpfiff erhöhte Tamara Heinzelmann für die Spielgemeinschaft auf 15:6 (31.). Nach einem Doppelschlag von „Caro“ Fischer hieß es 20:10 (41.) für den Gast, der mit den wackeren Niedersachsen stellenweise Katz´ und Maus spielte. Beim 22:12 (48.) sorgte Heinzelmann für einen Zehn-Tore-Vorsrung des Tabellenzweiten. Die Gastgeberinnen konnten zwischenzeitlich den Rückstand auf acht Tore wie beim 15:23 (51./Strahlke) reduzieren, doch Kleenheim war jederzeit Herr der Lage. Etienne Emmert hatte auch Gelegenheit zu experimentieren und hatte in der Schlussphase mit Ann-Sophie vom Hagen, Elena Schuch und Lisa Kiethe einen Rückraum auf der Platte, der gerade im Durchschnitt 19 Jahre alt war und im letzten Jahr noch A-Jugend spielte. Dem guten Spiel der Gäste tat dies aber keinen Abbruch. Außenstürmerin und A-Jugendliche Emily Nau traf zum 28:18 (58.) für die Mittelhessen, ehe Elena Schuch 46 Sekunden vor Ende den 29:19-Sieg der Gäste perfekt machte.
„Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und im Kollektiv eine gute Mannschaftsleistung geboten“, lobte Etienne Emmert. „Wir haben bis kurz vor der Pause vier Gegentore kassiert, was auch an der guten Anne Mack im Tor lag“, erläuterte Emmert. „Das war einfach super in der Abwehr mit sechs Gegentoren zur Halbzeit, wir haben aus der Abwehr heraus stark im Kollektiv und als Verband gespielt, unser Sieg war eine souveräne Mannschaftsleistung“, lobte der Kleenheimer Co-Trainer.
HSG Plesse-Hardenberg: Menn, Röhrs; Hemke (5), Rombach (5/2), Schob, Heune, Hille, Marienfeld, Strahlke (2), Breiding (5/1), Kurzbuch, Al Najem, Kunze (2).
SG Kleenheim: Mack (bis 40.Min.), Jetishi (ab 40.Min.), Buhlmann (n.e.); Eisenhardt, Hess (5), Schuch (2), Heinzelmann (6), Rühl (6/5), vom Hagen (1), Fischer (4), Kiethe (1), Langenbach (2), Nau (2), Fink (n.e.).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Konrad Gimmler / Jannik Rips (Irxleben). / Zuschauer: 151. / Zeitstrafen: 2:6 Minuten (Breiding - Schuch/zwei, Fischer)./ Siebenmeter: 4/3 - 6/5.
Volkmar Köhler