(vk) Nur zwei Begegnungen fanden in der Handball-Oberliga Hessen der weiblichen Jugend B statt. Dabei besiegte die wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt (5./8:6) den Namensvetter wJSG Dittershausen/Waldau/Wollrode mit 36:20, im anderen Spiel erkämpfte sich die erneut stark ersatzgeschwächte SG Kleenheim/Lang-Göns im Verfolgerduell gegen die HSG Goldstein/Schwanheim beim 27:27 (7:14)-Remis noch einen Punkt. Beide bleiben mit je 9:5 Punkten auf den Plätzen drei (Goldstein) und vier.
SG Kleenheim/Lang-Göns - HSG Goldstein/Schwanheim 27:27 (7:14)
Weiterhin noch stark dezimiert traten die Gastgeberinnen in Oberkleen gegen den Dritten aus Goldstein an. Während Alina Schächer, Flores Weber und Marie Böhm angeschlagen eingesetzt werden konnten, reihte sich neben Alina Ebert (Kreuz-bandriss) und Celina Rüspeler (Bänderriss im Sprunggelenk) noch Hannah Lüdge mit der schweren Gehirnerschütterung aus dem Spiel in Rodgau ins Lazarett ein. Torfrau Roki Siede war privat verhindert.
In den ersten Minuten verlief das Spiel ausgeglichen, wobei Kleenheim/Lang-Göns nach drei verworfenen Siebenmetern sowohl in Angriff als auch in der Abwehr komplett den Faden verlor. Coach Tietböhl sah sich gezwungen nach acht Minuten eine Auszeit zu nehmen. Aber irgendwie war in der ersten Halbzeit der Wurm. Mit der schwächsten Saisonleistung gerieten die Gastgeberinnen über die 6:7 und 6:12 bis zur Pause mit 7:14 Rückstand. Eltern, Trainer und Zuschauer schüttelten den Kopf ob der sehr schwachen Leistung. Coach Tietböhl griff in seiner Pausenansprache zu ungewohnt lauten Worten und forderte seine Mannschaft auf, Charakter zu zeigen.
Goldstein erhöhte auf 15:7. Doch jetzt erwachte der Kampfgeist. Nach zehn Minu-ten der zweiten Halbzeit war der Rückstand beim 15:17 durch Nina Eggers deutlich reduziert. In der 36. Minute wurde Emelie Bachenheimer mit einer roten Karten disqualifiziert. Das Schiedsrichtergespann aus Egelsbach zeigt eine gute Leistung und pfiff sehr konsequent. Beide Mannschaften wurden mit Zeitstrafen und Disqualifikationen gleichermaßen bedacht. Angetrieben von den nun überragenden Nina Eggers und Kira Suchantke kamen die Heimmannschaft zum Ausgleich und konnte 22:21 (43.) durch die zehnfache Torschützin Kira Suchantke zum ersten Mal in Führung gehen. Zwei Zeitstrafen warfen Kleenheim/Lang-Göns wieder zurück. Goldstein führte wieder 26:22 (46.). Doch die Langgönserinnen kamen nochmal zurück. Toni Schäfer schaffte beim 24:25 (47.) den neuerlichen Anschluss und Kira Suchantke traf eine halbe Minute vor Schluss zum 27:26 (50.). Goldstein konnte noch ausgleichen.
»Mit einem 7-Tore Rückstand hat mich die Mannschaft zu einer sehr lauten Halbzeitansprache gereizt. Diese fruchtete, aber es reichte nicht mehr zum Sieg. Der Handballgott war gerecht, dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient. In der 1. Halbzeit hatten wir in der Abwehr keinerlei Laufbereitschaft, keinen Kampf und keinen Biss. Im Angriff fehlte jegliche Disziplin und wir spielten ohne Konzept. Die 2. Halbzeit war dann eine tolle Vorstellung. Hätten wir von Anfang so gespielt, wäre dies eine klare Angelegenheit geworden «, so ein hin und her gerissener Trainer Peter Tietböhl. „Noch ein Wort zu den Schiedsrichtern. Die Beiden haben sehr konsequent bestraft. Man ist das schon gar nicht mehr gewohnt, dass ein Gespann die persönlichen Strafen so regelgerecht durchzieht. Mit diesem Gespann in Rodgau wäre die übertriebene Härte nie aufgekommen und Hannah Lüdge hätte sich nicht so schwer verletzt.“
SG Kleenheim/Lang-Göns: Bork; Schäfer (3), Suchantke (10/3), Lins (2), Bachen-heimer, Schmid (2), Schächer (1), Kleinpell, Weber (1), Böhm, Eggers (8).
Volkmar Köhler