(vk) „Eine tolle Mannschaft, muss das denn sein“, hörte man einige Zuschauer beim Verlassen der Weidig-Sporthalle sagen. Gemeint war der Rückzug der Spielgemeinschaft aus der 2. in die 3.Liga. Und das nach dieser Leistung. Beim 25:16 (8:9)-Heimsieg über den abstiegsgefährdeten TSV Haunstetten zeigten die Kleenheimerinnen wieder ganz starke letzte 20 Minuten mit tollem Spielfluss, glänzender Deckungsleistung samt einer erneut starken Nicole Weinecker im Tor.
Zuvor hatte sich die Mannschaft von Trainer Lazar „Lucky“ Cojocar gegen die Schwaben schon etwas schwer getan.
Den Gästen merkte man den Druck an, Punkte holen zu müssen, um die Liga zu halten. Kleenheim führte 3:1 (6.) durch die wieder starke Olivia Reeh. Aber die Gäste holten sich beim 4:3 (11.) durch einen von Annika Schmidt verwandelten Siebenmeter erstmals die Führung. Beim 8:5 (19.), ebenfalls einen Siebenmetertreffer durch die gleiche Spielerin, lag Haunstetten mit drei Toren vorne. Immerhin arbeitete sich Kleenheim bis zur Pause noch auf 8:9 (29./Reeh) heran. Nach dem Wechsel geriet Kleenheim mit 9:12 (36.) durch Sarah Irmler ins Hintertreffen. Jensen, Schulz und Reeh glichen bis zur 40.Minute für die Gastgeberinnen wieder aus (12:12). Kleenheim wurde stärker, deckte aggressiver und hatte eine zudem starke Nicole Weinecker nun zwischen den Pfosten. Haunstetten ging beim 12:13 (41.) durch Isabell Drasovean noch ein letztes Mal in Führung, ehe die Gastgeberinnen mit tollem Tempospiel die Initiative an sich rissen und aus dem Rückstand eine 16:13-Führung (46.) durch die nur so vor Spiellaune sprühende Jonna Jensen machten. Nach dem 15:18 (51.) riss es komplett bei den Gästen ab und Kleenheim spielte wie aus dem Lehrbuch Konterhandball. Die glänzend aufgelegte sechsfache Torschützin Sina Rühl baute den Vorsprung auf 22:15 aus (57.). Am Ende fiel der 25:16-Sieg, den „Oli“ Reeh per Gegenstoß perfekt machte, vielleicht etwas zu hoch aus. Dabei stand neben Desiree Euler auch die verletzte Tanja Schorradt nicht zur Verfügung. Kleenheim rückte mit 24:24 Punkten auf Rang acht vor.
„Das ist sehr schade, dass es diese Mannschaft in der nächsten Saison in der 2.Liga nicht mehr geben wird, ich denke, das ist auch die Meinung der meisten Zweitligisten“, machte Gästetrainer Herbert Vornehm, der seit 35 Jahren für den Verein arbeitet, auch in der schmerzlichen Niederlage den Kleenheimerinnen ein dickes Kompliment. „Ich bin schon enttäuscht von unserer Leistung, wir haben eine sehr gute erste Halbzeit hingelegt und nach der ersten Kleenheimer Führung war das Spiel weg für uns, wir waren in den letzten 20 Minuten nicht mehr präsent“, erklärte Haunstettens Trainer Vornehm.
Kollege Cojocar wünscht dem TSV „natürlich den Kassenerhalt, die Abwehr funktioniert bei Haunstetten wie eine Eins“, sagt Cojocar. Der Kleenheimer Trainer war froh, „dass wir zur Pause nur mit einem Tor zurück lagen“. „In der zweiten Halbzeit sind wir dann zu einfachen und schnellen Tore gekommen, ich bedanke mich bei der Mannschaft, das ist ihr hoch anzurechnen, was sie heute wieder geleistet hat, wir ziehen das durch bis zum 20.Mai“, so Cojocar abschließend.
SG Kleenheim: Sölva (bei einem Siebenmeter, bis 36.Min.), Weinecker (ab 36.Min.), Tornow (n.e.); Tietböhl (1), Andrea Schulz (2), Rühl (6), Anna-Lena Leib (2), Reeh (5), Ringleb (2), Nowak (1), Jensen (4), Wagner (2).
TSV Haunstetten: Müller, Frey (ab 50.Min.); Toth, Horner, Niebert, Königsmann, Drasovean (2), Duschner (2), Hochmair (3), Cappek (1), Irmler (3), Knöpfle, Jung, Schmid (5/4).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: König / Siebert (Langenfeld/Bergneustadt). / Zuschauer: 250. / Zeitstrafen: 2:12 Minuten (Nowak - Horner, Drasovean, Duschner/zwei, Hochmair/zwei). / Siebenmeter: 1/0 - 4/4.
Volkmar Köhler
