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Neun Tore-Führung fast nicht gereicht

Handball-Oberliga Hessen, Männer: Kleenheim gibt nach bester erster Halbzeit in dieser Saison Neun-Tore-Führung fast noch aus der Hand / Hauchdünner 31:30 (23:15)-Sieg über die MSG Umstadt/Habitzheim nach schlechter zweiter Halbzeit

 

(vk) In einer emotionalen und am Ende fast dramatischen Partie gewann Spitzenreiter SG Kleenheim sein neuntes von elf Meisterschaftsspielen hauchdünn mit 31:30 (23:15) gegen Drittliga-Absteiger MSG Umstadt/Habitzheim und geht als Tabellenführer in der Handball-Oberliga Hessen der Männer in das abschließende Spitzenspiel am kommenden Freitag um 20 Uhr in Münchholzhausen beim einen Zähler schlechter postierten Zweiten HSG Wetzlar U 23.

In Oberkleen, wieder wollten unverständlicherweise gerade mal 70 Zuschauer den Tabellenführer und den Drittliga-Absteiger sehen, hätten die Kleenheimer eine mehrfache Neun-Tore-Führung nach einer bärenstarken ersten Halbzeit am Ende beinahe noch vergeigt, was einmal an der ganz schwachen Leistung der Hausherren und im Umkehrschluss an einer starken Vorstellung der Gäste nach der Pause lag, und zum anderen an einer Reihe nicht nach voll ziehbarer völlig unverständlicher und fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen sogar auf beiden Seiten!

Kleenheim ging beim 4:3 (6.) durch einen verwandelten Siebenmeter von Torjäger Fabian Hoepfner, der wieder zweistellig traf und weiter die Torjägerliste anführt, erstmals in Führung. Nach dem 5:5 (8.) durch Kreisläufer David Acic waren die Kleenheimer aber nicht mehr zu halten und setzten sich auf 10:5 (13.) durch einen Heber von Rechtsaußen David Straßheim ab. Der Drittliga-Absteiger konnte wieder auf 8:12 (17.) verkürzen, doch baute der Tabellenführer seine Führung sogar auf 19:10 (24.) durch einen Tempogegenstoß von erneut Straßheim aus. Zwar versuchten die Gäste durch Joshua Kraus Kleenheims Spielmacher Dennis Köhler, der nach 24 Minuten schon seine zweite Zeitstrafe kassierte, aus dem Spiel zu nehmen -  doch ohne großen Erfolg! Die Seiten wurden beim 23:15 für die Gastgeber gewechselt.

Nach Wiederbeginn stelle Hoepfner per Siebenmeter beim 24:15 (31.) wieder einen Neun-Tore-Vorsprung her, ehe die Gäste stärker wurden und das Kleenheimer Spiel immer mehr mit Flüchtigkeits- und Konzentrationsfehlern behaftet war. Gäste-Torjäger Teuner verkürzte auf 21:25 (38.). Als der junge Torben Weinandt knapp acht Minuten vor dem Ende zum 30:24 (53.) für Kleenheim traf, schien der Tabellenführer auf Kurs. Doch Schnitzer und auch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen brachten die Gäste wieder ins Spiel und auf 29:30 (60.) durch Tom Seifert heran. Als Hoepfner mit seinem zehnten Tagestreffer 36 Sekunden vor dem Ende von Linksaußen ins kurze Eck zum 31:29 traf, schien der Kleenheimer Sieg in trockenen Tüchern. Doch es wurde dramatisch: Teurer schaffte 18 Sekunden vor Ende den 30:31-Anschlusstreffer für den Gast, Kleenheim verlor dann wieder den Ball im Mittelfeld und die letzte Chance der Gäste führte nicht mehr zum Ausgleich.

„Wir haben die beste erste Halbzeit in dieser Saison gespielt, haben die 3:2:1-Abwehr der Gäste gut auseinander gespielt, auf den zweiten Kreis aufgelöst und die richtigen Entscheidungen getroffen“, lobte Kleenheims Trainer Johannes Wohlrab. Das Spiel der Gastgeber war in den zweiten 30 Minuten dann das genaue Gegenstück. „Wir haben im Angriff nichts mehr auf die Kette bekommen, hatten auch einen schlechten Rückwärtsgang, über die 60 Minuten gesehen, wir haben ab der sechsten Minute immer geführt, geht unser Sieg in Ordnung, nur muss das einfach abgezockter über die Bühne gehen“, erläuterte Wohlrab.

SG Kleenheim: Elsner, Eckhard; Hoepfner (10/5), Keil, Straßheim (5), Schier, Müller (4), Köhler (1), Faatz (1), Reusch (1), Wiener (4), Kollmann, Weinandt (5).

MSG Umstadt/Habitzheim: Thomas Bolling, Marcel Bolling; Brunner (1), Acic (3), Justin Kraus (1), Joshua Kraus (2), Göttmann (2), Daschewski (2), Kramer (1), Teuner (10/5), Stancic, Seifert (7), Sokicic (1), Schevarado.

Im Stenogramm / Schiedsrichter:  Marc Budde / Jonas Ehlert (TV Groß-Rohrheim). / Zu-schauer: 70. / Zeitstrafen: 14:12 Minuten (Hoepfner, Köhler/zwei, Wiener /zwei, Weinandt/zwei - Brunner, Joshua Kraus/zwei, Göttmann, Teuner, Trainer Ludwig). / Siebenmeter: 5/5 - 5/5.

                             Volkmar Köhler