(vk) Die HSG Wetzlar U 23 hat eindrucksvoll ihre Vormachtstellung in der Oberliga Hessen der Männer bestätigt und sicherte sich gestern Abend im Derby vor ausverkaufter Oberkleener Weidig-Sporthalle vor über 600 Zuschauern mit einem überlegenen 25:20 (15:7)- Sieg und einer mannschaftlich hervorragenden Leistung beim Zweiten SG Kleenheim verdient die Meisterschaft in der Oberliga Hessen und steigt damit in die 3.Liga auf.
Der Tabellenführer war nach der eher durchschnittlichen Vorstellung beim Heimsieg gegen Münster im Spitzenspiel in Oberkleen eine Woche später auf die Minute topfit und spielte eine erste Halbzeit, die nur das Prädikat meisterlich verdient. Sogar der einstige große Macher der HSG Wetzlar, Rainer Dotzauer, hatte es sich nicht nehmen lassen, die Partie in Oberkleen zu verfolgen.
Kleenheim führte bis zum 3:2 (7.) durch Jörg Müller zwei Mal, dann demonstrierte der Liga-Primus sein ziemlich perfektes Tempospiel mit einem überragenden Juniornationaltorhüter Till Klimpke zwischen den Pfosten, der den Kleenheimer Angreifern zeitweise die letzten Nerven raubte, zahlreiche hochkarätige Chancen der Hausherren zunichte machte und immer wieder über die beiden Außen Julian Wallwaey auf der linken und Tim Rüdiger auf der rechten Angriffsseite Tempogegenstöße einleitete, so dass beim 10:3 (17.) durch einen herrlichen Treffer vom Kreis durch Maduwike Okpara die Begegnung schon vor entschieden war. Die Kleenheimer Werfer wollten besonders genau zielen bei Till Klimpke, vergaben aber oft oder warfen sogar über das Tor. Tim Rüdiger erhöhte von Rechtsaußen per Gegenstoß nach Till Klimpke-Pass auf 12:5 (22.) für den Tabellenführer, der mit einer 15:7-Führung in die Pause ging, wobei Timo Ludwig, der alle acht Siebenmeter traumwandlerisch verwandelte, vom Siebenmeterpunkt erfolgreich war.
Nach dem Wechsel kamen die Kleenheimer besser ins Spiel, wohl auch weil der Tabellenführer nervöser wurde angesichts der sich abzeichnenden Meisterschaft. Beim 10:16 (38.) hatte Micha Wiener den Rückstand erträglicher gestaltet. Höpfner konnte per Siebenmeter auf 12:17 (42.) stellen, doch Lukas Gumbel baute die Gästeführung wieder auf 20:14 (48.) aus. Torben Weinandt verkürzte auf 16:21 (52.) und auch wenn Jörg Müller zum 19:22 (56.) traf, war der Erfolg des neuen Hessenmeisters nicht mehr in Gefahr. Rüdiger, Ludwig mit seinem achten verwandelten Siebenmeter und Matthias Schwalbe versetzten dann Wetzlars U 23 mit ihren Toren zum 25:19 (60.) endgültig in Partylaune. 25 Sekunden vor Schluss verkürzte der junge Torben Weinandt auf den 20:25-Endstand und damit auf ein erträgliches Resultat für die Hausherren, nachdem es vor der Pause wahrlich nicht ausgesehen hatte. Wetzlars Trainer Thomas Weber war nach Spielende „erstmals so richtig entspannt", gab aber zu bedenken, als Kleenheim heran gekommen war, „war bei uns die nervliche Belastung der jungen Spieler schon recht hoch“. Nachdem Kleenheim nach der Pause mehrfach statt des Torhüters es mit sieben Feldspielern probierte, nahm Trainer Weber Julian Wallwaey, dessen Spiel Kraft gekostet hatte, zugunsten von Leon Bemond, der dann in der Abwehr gut arbeitete, heraus.
„Wir hatten in der ersten Halbzeit 15 Fehlwürfe und insgesamt 25 Fehlwürfe, das ist ganz schwer aufzuholen“, sagte Kleenheims Trainer Johannes Wohlrab. „Wir haben dann in der zweiten Halbzeit weiter gekämpft, Emotionen und das gezeigt, was die Mannschaft auszeichnet, da bin ich auch stolz auf das Team“, erklärte Wohltrab, der sich als fairer Verlierer erwies. „Meisterschaft und Aufstieg der HSG Wetzlar U 23 sind absolut verdient, ich gönne Andy Klimpke den Titel und auch Thomas Weber, die haben beide einen super Job gemacht“, so der Kleenheimer Trainer abschließend.
SG Kleenheim: Elsner, Eckhard; Herbel, Höpfner (2/2), Keil (1), Straßheim (4), Eisenhardt (1), Müller (4), Köhler, Reusch (2), Wiener (3), Kollmann, Weinandt (3), Friedrich.
HSG Wetzlar U 23: Till Klimpke, Florian Gümbel; Julian Wallwaey (3), Lukas Gümbel (2), Weimer, Bremond, Schreiber (3), Schwalbe (3),Weber, Kraft, Rüdiger (3), Okpara (3), Ludwig (8/8), Lauber.
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Marc Budde / Jonas Ehlert (TV Groß-Rohrheim). / Zu-schauer: 600. / Zeitstrafen: 10:2 Minuten (Höpfner, Eisenhardt, Müller, Reusch/zwei - Schwalbe) / Siebenmeter: 4/2 - 8/8.
Volkmar Köhler