(vk) Es ist die erste große Sensation in der Oberliga Hessen der Männer. Am vierten Spieltag gewinnt der Tabellenzweite HSG Kleenheim-Langgöns im Duell der beiden bis dahin einzigen ungeschlagenen Teams knapp mit 32:31 (18:17) beim großen Favoriten und bislang verlustpunktfreien Tabellenführer TuS Dotzheim und hat nun als einzige ungeschlagene Mannschaft mit 7:1 Punkten die Tabellenführung übernommen.
„Da kann man keinen einzelnen Spieler hervorheben, alle haben ihren Teil zum Erfolg beigetragen“, bilanzierte Kleenheims neuer Trainer Matthias Wendlandt. Natürlich hat der junge Cedrick Kollmann eine unglaubliche erste Halbzeit gespielt. Natürlich hat die Flügelzange Höpfner / Straßheim elf Tore zusammen erzielt. Natürlich war Björn Spieß mit fünf Toren wieder enorm gefährlich aus dem Rückraum und Kreisläufer Wiener gelangen wieder wichtige Tore vom Kreis. Und natürlich erzielte der nachgetragene Julian Reusch das wichtige 31:29 rund 65 Sekunden vor Ende! Das Ganze ließe sich noch fortsetzen. Die Mittelhessen legten vor den Toren Hessens vor offiziellen 426 Zuschauern, darunter fast 50 mit Fan-Bus und eigenem Auto angereisten Kleenheimer Anhänger, einen super Start hin. „Am Anfang hat alles geklappt, die Mannschaft kann kaum besser noch spielen“, erläuterte Matthias Wendlandt. Über 4:2 (4.) durch den wieder gesunden Jonas Friedrich setzten sich die Kleenheimer nach einem Doppelschlag von David Straßheim auf 7:3 (8.) ab, ehe Dotzheims Trainer Hans-Josef Embs die erste Auszeit nahm. Das kümmerte die Kleenheimer herzlich wenig. Nach dem 4:8 (9.) durch den am Ende zehnfachen Torschützen Maximilian Schubert, einer von drei Dotzheimer Spielern mit Bundesligaerfahrung, zogen die Gäste auf 12:4 (14.) durch Cedrick Kollmann davon. David Straßheim traf zum 15:8 (19.) für Kleenheim-Langgöns, ehe nach einem Doppelschlag von Kreisläufer Kenneth Fuhrig Dotzheim auf 10:15 (20.) verkürzte. „Wir haben gedacht, das geht so weiter und haben unsere Taktik verlassen, dann hat man die Qualität von Dotzheim gesehen“, sagte Wendlandt, denn nach Joshua Planers 18:13 (24.) für die Gäste, verkürzte Dotzheim bis zum Pausenpfiff auf 17:18.
„Die zweite Halbzeit war dann eher ausgeglichen, wir haben so ab der 20.Minute viele freie Chancen ausgelassen, darunter auch drei Tempogegenstöße“, erklärte Matthias Wendlandt. Nach Benedikt Seegers 19:18 (33.) übernahmen die Kleenheimer durch Tore von Höpfner, Straßheim, Spieß und Maximillian Leger beim 22:19 (40.) wieder die Führung. Erst Kenneth Fuhrig gelang beim 23:22 (46.) wieder eine Führung für den Tabellenführer. Nach dem 24:23 (47.) durch Lars Klasmann, drehten Tore von Reusch, Spieß und Wiener die Partie wieder zu einer 26:24-Führung (52.) der Gäste. Aber die Begegnung blieb ausgeglichen. Nach Wieners 27:25 (54.) glich Marc-Oliver Teuner beim 27:27 (56.) wieder aus. Der schnelle Mark Weller und der torgefährliche Björn Spieß sorgten für eine Kleenheimer 29:27-Führung (57.), ehe die Spannung in den letzten Minuten immer weiter zunahm. Schubert schaffte das 28:29 (57.) für Dotzheim und Höpfner stellte auf 30:28 (58.) für Kleenheim. Seeger schaffte das 29:30 (59.), ehe Julian Reusch das wichtige 31:29 (59.) gelang. In der Schlussminute wurde es dann dramatisch. During stellte auf 30:31 (60.), ehe der schnelle Mark Weller 19 Sekunden vor Ende mit dem 32:30 für den Gast für die Entscheidung sorgte. Schuberts zehnter Tagestreffer zum 31:32-Endstand für Dotzheim konnte dann am knappen Gästesieg nichts mehr ändern. „Wir haben wieder mit unglaublichem Kampf und hohem Tempo gespielt“, lobte Wendlandt.
TuS Dotzheim: Toru, Robinson; Battermann, Bocklet, Schubert (10/2), Seeger (4), Klasmann (1), Assmann (1), Fuhrig (5), Ben-Hazaz (2), Kossler (2), Teuner (4), During (2).
HSG Kleenheim-Langgöns I: Eckhard; Höpfner (6/2), Straßheim (5), Köhler, Weller (2), Planer (1), Reusch (2), Spieß (5), Wiener (3), Kollmann (5), Maximilian Leger (2), Friedrich (1), Faatz, Wolf.
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Matthias Kaiser / Matthias Paul (HSG Dietesheim/Mühlheim / HSG Obertshausen/Heusenstamm). / Zuschauer: 426. / Zeitstrafen: 12:2 Minuten (Battermann/zwei, Assmann, Fuhrig, Teuner, During - Faatz). / Siebenmeter: 3/2 - 3/2.
Volkmar Köhler