(vk) „So kann der Sport sein“, haderte Pohlheims Trainer Jens Dapper nach der unglücklichen 25:26 (13:12)-Derbyniederlage seiner HSG Pohlheim im vorgezogenen Meisterschaftsspiel der Oberliga Hessen der Männer gegen die SG Kleenheim. Die Pohlheimer hatten über weite Strecken geführt und waren am Ende nicht vom Glück begünstigt.
Die Hausherren hatten den deutlich besseren Start und führten mit 3:0 (5.) durch Jonas Schleenbecker, ehe Jörg Müller für Kleenheim auf 1:3 (5.) verkürzte. Felix Erdmann stellte wenig später sogar auf 5:1 (6.) und nach zehn Minuten sah es ganz schlecht für die Kleenheimer aus als Thimo Wagner von der Siebenmeterlinie zum 7:2 erfolgreich war. Allmählich fanden die Kleenheimer aber zu ihrem Spiel und der groß gewachsene Jörg Müller verkürzte auf 5:8 (13.). Pohlheim hielt dagegen und setzte sich nach Toren von Waldemar Sayler und Max Rühl auf 10:5 (16.) wieder ab, nachdem Kleenheims Torhüter Manuel Eckhard einige Male schon glänzend reagiert hatte. Innerhalb von neun Minuten kamen die Kleenheimer mit einem 5:0 Tore-Lauf zum 10:10-Ausgleich (25.) durch Julian Reusch. Johannes Träger holte beim 11:10 (26.) die Führung für Pohlheim zurück, ehe Manuel Eckhard am schnellsten schaltete und über Freund und Feind zum 11:11 (27.) traf. Aber Pohlheim stellte durch Wagner von Rechtsaußen per Gegenstoß wieder auf 13:11 (28.), Reusch gelang das 12:13 (29.) für den Gast, ehe Wagner bei einem Siebenmeter an Kleenheims eingewechseltem Torhüter Elsner Sekunden vor dem Pausenpfiff scheiterte.
Nach dem Wechsel setzte sich Pohlheim auf 16:13 (35.) durch Max Rühl ab. Kleenheim, das bis dahin noch nicht geführt hatte, verkürzte durch Wiener auf 16:17 und lag nach einem Doppelschlag von David Straßheim beim 19:18 (41.) erstmals vorne. Beide Teams kämpften dann in einem „technisch wie taktisch auf hohem Niveau“ (Jens Dapper) stehenden Derby mit offenem Visier. Kleenheim ging dann noch drei Mal in Führung. Höpfners Siebenmetertor glich Erdmann zum 24:24 (55.) aus und beim 25:24 (57.) brachte Thimo Wagner Pohlheim mit 25:24 (57.) wieder in Führung. Mit seinem siebten verwandelten Siebenmeter schaffte Fabian Höpfner beim 25:25 (58.) für Kleenheim wieder den Ausgleich. Dann wurde es hochdramatisch. Beide Trainer nahmen kurz hintereinander eine Auszeit. Bei Kleenheim sorgte Spielmacher Dennis Köhler 37 Sekunden vor Ende kurz vor dem angezeigten Zeitspiel für die 26:25-Führung. Dann kassierte Köhler zehn Sekunden vor Ende eine Zeitstrafe und es hätte - laut Jens Dapper - durchaus Siebenmeter geben können. Dennoch hatte Pohlheim die Ausgleichschance, doch der junge Lukas Drommershausen musste werfen, scheiterte aber an Kleeheims fünf Minuten vor Schluss eingewechseltem Torhüter Jens Elsner. „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen, das ist schon bitter für uns“, sagte der Pohlheims Trainer Dapper, der von „einem insgesamt tollen Spiel für die Zuschauer“ sprach. „Wir sind ganz schlecht ins Spiel gekommen, hatten keinen Zug zum Tor und Probleme gegen die Kreuzungen Pohlheims“, analysierte Kleenheims Trainer Johannes Wohlrab, der dann von einer 6:0-Deckung auf eine 5:1-Formation „mit einem überragenden Jonas Friedrich auf der Eins“ umstellte. „Wir hatten 55 Minuten einen bärenstarken Manuel Eckhard im Tor und hatten in der Schlußsekunde Jens Elsner, der den Ausgleich verhinderte“, sagte der Kleenheimer Trainer. „Wir haben ab der zehnten Minute sehr diszipliniert gedeckt, es war eine mannschaftich geschlossene Leistung von uns, der Schlüssel zum Erfolg war unsere offensive Deckung und die Torhüter“, bilanzierte der Kleenheimer Trainer.
HSG Pohlheim: Wüst (1), Schlegel; Niclas (2), Lex, Sayler (1), Weisel, Drommershausen (3), Rühl (3), Schleenbecker (5), Erdmann (2), Ohrisch , Träger (4/1), Wagner (4/3).
SG Kleenheim: Eckhard (1), Elsner (ab 55.Min.); Herbel, Höpfner (11/7), Keil, Straßheim (3), Schier (1), Müller (3), Köhler (2), Weller, Eisenhardt (1), Reusch (2), Wiener (1), Fried-rich (1).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Reiner Götz / Michael Pfuhl (TSV Habitzheim). / Zuschauer: 503 . / Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Niclas, Rühl, Träger/zwei - Herbel, Keil, Müller, Köhler, Wiener, Friedrich). / Siebenmeter: 6/4 - 7/7.
Volkmar Köhler
