(vk) Zwei Spieltage vor Saisonende scheint der SG Kleenheim/Lang-Göns in der Hand-ball-Oberliga Hessen der weiblichen Jugend B die Puste auszugehen, denn aus den vier Spielen in diesem Jahr holte das Team nur 2:6 Punkte. Am Samstag wurde die Langgönser Spielgemeinschaft von der Grippewelle heimgesucht und unterlag beim Sechsten wJSG Dittershausen/Waldau/Wollrode mit 21:27 (11:12), bleibt aber dennoch mit 13:11 Punkten Vierter. An der Spitze musste Tabellenführer HSG Rodgau Nieder Roden (20:2) beim Zweiten HSG Goldstein/Schwanheim (17:5) mit 16:24 die erste Saisonniederlage hinnehmen, steht aber dennoch kurz vor dem Gewinn der Hessenmeisterschaft. Am Tabellenende gab es einen Platztausch: Das bisherige Schlusslicht JSG Buchberg (2:22) hat durch einen 32:18-Heimsieg gegen die HSG Zwehren/Kassel (2:22) den Platz mit dem Verlierer getauscht, ist nun Vorletzter und verwies die Nordhessen auf die letzte Position.
wJSG Dittershausen/Waldau/Wollrode - SG Kleenheim/Lang-Göns 27:21 (12:11)
Nur bedingt spielfähig mit neun Spielerinnen und ohne den erkrankten Coach Peter Tietböhl reiste Kleenheim/Lang-Göns in den Kasseler Stadtteil Waldau. Ohne Su Kleinpell, Kira Suchantke, Katinka Lins, Flores Weber, Veronika Siede (alle Grippe) und Alina Ebert (Kreuzbandriss) und mit vier durch Grippe angeschlagene Spielerinnen kämpfte sich die Mannschaft durch das Spiel in Nordhessen.
Die Gäste starteten gut (0:2 /2./Bachenheimer) und nach Celina Rüspelers 3:2-Fühung (6.), wendete Dittershausen das Blatt und ging mit 7:3 (11.) in Führung. Jetzt legten die Gäste in der Abwehr einen Zahn zu, kamen zu leichten Ballgewinnen und spielten im Angriff die Konzeptionen sauber durch. Durch fünf Tore in Serie von Hannah Lüdge holte sich die SG aus Kleenheim und Langgöns beim 8:7 (16.) die Führung zurück. Aber auch die gegnerische Linksaußen Julia Eckel hatte eine gute 1. Halbzeit. Die Führung ging wieder an Dittershausen. Die nordhessische Spielerin musste in der zweiten Halbzeit leider mit dem Verdacht auf eine schwere Knieverletzung ausscheiden. Dittershausen konnte auf 12:10 (24.) davon ziehen. „Toni“ Schäfer stellte mit einem Tempogegenstoß den Halbzeitstand von 12:11 für die Nordhessen her. Zu bemängeln war im ersten Spielabschnitt die hohe Zahl an Fehlwürfen und einige verschenkte Bälle im Angriff, die Dittershausen zu Tempogegenstößen nutzte. In der Halbzeit nahmen sich die Gäste vor, den Gegner weiter unter Druck zu setzten und hatten wieder einen guten Start. Nina Eggers traf nach acht Minuten der zweiten Halbzeit zum 14:16. Beim 15:17 durch Hannah Lüdge (35.) hielt der Abstand noch. Aber man merkte jetzt deutlich die kleine Bank und vier angeschlagene Spielerinnen. Die Kräfte ließen nach. Dittershausen, diesmal im Vergleich zum Hinspiel vollzählig angetreten, nutzte dies und kam immer wieder über die zweite Welle gefährlich nach vorne. Die Gäste konnten die Gegnerinnen im 1:1 nur noch regelkonform stoppen. Dadurch musste der Gast gefühlt die letzten 10 Minuten in Unterzahl spielen. Dittershausen nutzte dies, glich aus und ging wieder in Führung. Nachdem Emelie Bachenheimer nach der dritten Zeitstrafe (43:15 Min.) auf der Tribüne Platz nehmen musste, fehlte im Angriff noch eine wichtige Spielerin. Doch die Mittelhessen steckten nicht auf, mussten sich aber dem Gegner aus Dittershausen in einem fairen Spiel schließlich mit 21:27 geschlagen geben.
»Wir haben 50 Minuten gekämpft. Das hat mir sehr gut gefallen. Dass wir ohne gelernte Kreisläuferin spielen mussten, hat unser Angriffsspiel um einige Varianten beraubt, obwohl Marie Böhm auf der ungewohnten Position am Kreis ihre Sache gut gemacht hat. Insgesamt haben wir uns zu viele Fehlwürfe erlaubt und konnten aufgrund der fehlenden Kraft ab Mitte der zweiten Halbzeit den gegnerischen Angriff nicht mehr so effektiv bekämpfen wie in Durchgang eins. Ich wünsche allen kranken und angeschlagenen Spielerinnen und Coach Peter Tietböhl gute Besserung,“ so ein zufriedener Mannschaftsverantwortlicher Wolf Lüdge.
SG Kleenheim/Lang-Göns: Bork; Schäfer (2), Bachenheimer (2), Schächer (1), Rüspeler (2/1), Schmid (2), Lüdge (8), Böhm, Eggers (4).
Volkmar Köhler