(vk) Das war ein hartes Stück Arbeit. Am Ende reichte es zu einem knappen aber schwer erkämpften 20:18 (10:10)-Heimsieg der SG Kleenheim im Meisterschaftsspiel der 3.Liga Ost der Frauen gegen den HV Chemnitz. Dass die Sachsen mit Sicherheit der beste der drei Aufsteiger sind, wollte Kleenheims Trainer Julian Reusch so nicht gelten lassen. „Wir sind wieder schlecht gestartet und haben uns das unnötig schwer gemacht wie in Birkenau“, erinnerte Reusch an den 30:23-Auswärtssieg am vergangenen Samstag.
Janina Langenbach glich zum 1:1 (2.) von Linksaußen per Heber aus, dann geriet Kleenheim mit 1:4 (7.) durch die fünffache Torschützin Kathrin Lucka ins Hintertreffen. Kleenheim lief auch beim 3:6 (10./Noack) wie auch beim 6:9 (23./Breßler-Siebenmeter) weiter einem Rückstand nach und kam erst durch Lisa Kiethe beim 9:9 (28.) zum Ausgleich, ehe die wieder überzeugende Katharina Wagner beim 10:9 (29.) Kleenheim erstmals in Führung brachte. Die Sachsen schafften aber durch Claudia Breßler noch den 10:10-Pausenstand.
Nach Wiederbeginn sorgte „Katha“ Wagner mit einem sehenswerten Treffer vom Kreis für die Kleenheimer 11:10-Führung (35.), nachdem Janina Langenbach schon kurz nach der Pause mit einem Siebenmeter am Pfosten gescheitert war. Aber das Kleenheimer Spiel lief nicht rund. Julian Reusch wollte auch das Fehlen von mittlerweile vier verletzen Spieler-innen (Schorradt, Winkes, Fink und Torhüterin Buhlmann) nicht als Entschuldigung für das fehlerhafte Auftreten gelten lassen. Heinzelmann, die nach der Pause immer stärker wurde, sorgte beim 13:12 (37.) für die vorerst letzte Kleenheimer Führung. Die Sachsen spielten couragiert auf und legten immer wieder einen Treffer vor, den Kleenheim zunächst nur wettmachen konnte. Beim 16:16 (50.) hatte Heinzelmann mit einem Rückraum-Kracher wieder ausgeglichen, ehe Chemnitz durch Anna Leibnitz und Spielmacherin Catrin Grützmann mit 18:16 (55.) in Führung ging. Zuvor war ein Heinzelmann-Tor nicht anerkannt worden und Gästespielerin Kerstin Streit sah als erste von zwei Chemnitzerinnen nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte (54.). Zum Glück fiel der 17:18-Anschlusstreffer durch die quirlige Nina Hess rasch (56.). Wenig später erhielt auch HVC-Akteurin Anja Noack nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte (56.), was Janina Langenbach zum 18:18 (57.) nutzte als sie HVC-Keeperin Sabrina König auf dem falschen Fuß erwischte und ins kurze Eck traf. Linkshänderin Lisa Kiethe brachte dann von Rechtsaußen Kleenheim wieder mit 19:18 (58.) in Führung. Nach Auszeiten auf beiden Seiten machte dann Tamara Heinzelmann 57 Sekunden vor Ende mit einem mächtigen Wurf aus dem Rückraum zum 20:18 alles klar!
„Wir haben zu viele freie Chancen vergeben, auch wieder drei Siebenmeter ausgelassen, haben dann auch keine Sicherheit bekommen“, analysierte Julian Reusch. „Die Abwehr war wieder in Ordnung, Kampf und Moral haben gestimmt, nur in der Offensive müssen wir uns etwas einfallen lassen, um mehr Sicherheit zu bekommen“, erläuterte Reusch.
SG Kleenheim: Mack, Jetishi (23.-53.Min.); Hess (4/3), Schuch, Heinzelmann (4), Rühl (3), vom Hagen, Fischer, Kiethe (2), Wagner (4), Langenbach (3/1), Nau (n.e.).
HV Chemnitz: König, Wähner (bei drei Siebenmetern); Noack (1), Amtsberg, Hoßmang, Lucka (5), Schumann (2), Streit, Weingardt, Breßler (5/4), Leibnitz (3), Grützmann (2).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Timo Bernhardt / Lars Zick (Edigheim / Mundenheim). / Zuschauer: 150. / Zeitstrafen: 4:16 Minuten (Schuch, Heinzelmann - Noack/drei, Disqualifikation, 56., Streit/drei/Disqualifikation, 54., Weingardt, Breßler). / Siebenmeter: 7/4 - 4/4.
Volkmar Köhler
