(vk) Manuel Silvestri hatte im Vorfeld der Begegnung vor dem Gegner gewarnt. Und in die Tat waren die Ostdeutschen bei der 26:29 (15:13)-Niederlage in der 3.Liga Ost beim weiter verlustpunktfreien Zweiten HSG Kleenheim-Langgöns ein ganz schwerer Brocken, der vor der Pause zeitweise mit drei Toren vorne lag. Die Gastgeberinnen legten gut los und Katharina Wagner traf zum 3:0 (5.), doch Chemnitz war beim 3:4 (9.) durch Stefanie Pruß wieder dran. Wagner brachte per Heber Kleenheim-Langgöns beim 6:5 (13.) zum vorerst letzten Mal in Führung. Die Gastgeberinnen erlaubten sich dann ein paar Undiszipliniertheiten, spielten Fehlpässe und machten technische Fehler. Die unbekümmert auftretenden Gäste gingen dann nach vier Toren in Folge durch Anja Schulze mit 9:6 (23.) in Führung und die Gastgeberinnen versuchten immer wieder heranzukommen, lagen aber beim 8:11 (22.) durch Catrin Grützmann wieder mit drei Toren zurück. Emely Nau sorgte vor der Pause für den 12:13-Anschlusstreffer, doch Chemnitz ging mit einer 15:13-Führung in die Halbzeitpause, wobei Tanja Schorradt mit dem Pausenpfiff per Siebenmeter für die Heimmannschaft traf.
Nach dem Wechsel zog Chemnitz sogar auf 19:15 (38.) durch einen Siebenmeter von Melanie Beckert davon. Ein Dreierpack der jungen Emely Nau brachte Kleenheim-Langgöns auf 18:19 (40.) heran, ehe Stina Karlsson der 19:19-Ausgleich (42.) gelang. Wagner, Schorradt und die überragende Emely Nau, die sieben ihrer neun Treffer nach der Pause erzielten, wendeten das Blatt zu einer Kleenheimer 22:19-Führung (48.), doch ein Erfolg der Gastgeberinnen stand noch lange nicht fest. Die Gäste, die es mit einer Manndeckung gegen Kleenheims Spielgestalterin Nina Hess probierten, „agierten dann zu statisch“ wie Trainer Robert Flämmich erläuterte. Mit ihrem neunten Tagestreffer traf Emely Nau zum 26:21 (53.), doch der zehnte Treffer (zwei Mal hatte sie noch Pech und traf die Unterkante der Latte) wollte der jungen Licherin nicht gelingen. Chemnitz kam wieder auf 25:27 (59.) durch Melanie Beckert heran, ehe zwei Schlagwürfe von Stina Karlosson das entscheidende 29:25 (60.) bedeuteten, ehe erneut Beckert auf den 26:29-Endstand verkürzte. „In der zweiten Halbzeit war das kämpferisch in Ordnung, doch wir brauchen nicht immer einen Weckruf, wir müssen den Gegner gleich Ernst nehmen, andere können auch Handball spielen“, erläuterte Silvestri, der auch die gute Leistung des Gegners anerkannte. „Wir haben uns gut verkauft, das ist uns gelungen, wir haben uns dann auch wieder in das Spiel hineingekämpft“, erläuterte der Chemnitzer Trainer Robert Flämmich. „In der zweiten Halbzeit sind wir auch besser in die Lücken gegangen, das haben wir im ersten Durchgang nicht so gemacht, Emely Nau hat wunderbar getroffen, das kann gerne so bleiben“, lobte Manuel Silvestri seine junge torgefährliche Rechtsaußen.
HSG Kleenheim-Langgöns: Jetishi, Buhlmann (ab 20.Min.); Rüspeler, Barnusch, Hess (1/1), Schorradt (4/2), vom Hagen (2), Fischer, Kiethe, Wagner (4), Langenbach (1), Karlsson (6), Nau (9), Winkes (2).
HV Chemnitz: Slesaczek (bis 24., 40.-52.Min.), König; Rosiak, Starcek (1), Amtsberg (2), Lucka (5), Schumann (1), Skoczynska, Breßler (1), Leibnitz (1), Pruß (6), Schulze (4), Grützmann (1), Beckert (4/1).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Ann-Kathrin Stache / Hanna Wegmann (ASC Dortmund). / Zuschauer: 150. / Zeitstrafen: 4:10 Minuten (Schorradt, Langenbach - Amtsberg, Schumann, Leibnitz, Pruß, Schulze). / Siebenmeter: 5/3 - 2/1.
Volkmar Köhler