(vk) Wer hätte das gedacht? Im Spitzenspiel der 3.Liga Ost der Frauen besiegte der Tabellendritte SG Kleenheim trotz dreier verletzter Spielerinnen und mit einigen ange-schlagenen Kräften den Tabellenzweiten HC Leipzig in einem tollen Drittligaspiel hauchdünn mit 19:18 (9:9) und hatte den Verlierer wieder von zweiten Platz verdrängt. Durch die Niederlage der HSG Gedern/Nidda in Fritzlar hat Kleenheim nur zwei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Gedern/Nidda.
Vor 260 Zuschauern in Oberkleen boten beide Teams ein hochklassiges Spiel, das den Namen Spitzenspiel verdiente. Die geradezu grandios auftrumpfenden Kleenheimerinnen, die auf Nina Hess (die Spielmacherin ist mit ihrer Klasse auf Klassenfahrt), Sina Rühl und Janina Langenbach (beide verletzt) verzichten und zudem noch einige angeschlagene Spielerinnen aufbieten mussten, lagen nur ein einziges Mal beim 10:11 (35.) durch einen Tempogegenstoß von Lilli Röpcke im Hintertreffen, führten ansonsten mit bis zu vier Toren Vorsprung gegen die junge, technisch toll ausgebildete Leipziger Mannschaft, der auf jeden Fall die Zukunft gehört.
Nach dem 2:2 (5.) setzte sich Kleenheim auf 4:2 (8.) durch Lisa Kiethe ab. Beim 4:4 (14.) egalisierte Linkshänderin Julia Weise wieder. Kleenheim legte aber immer wieder vor und zwar nicht nur durch die etablierten Kräfte wie Tanja Schorradt, Tamara Heinzelmann, Kim Winkes oder der erneut auf mehren Positionen überzeugenden Katharina Wagner. Auch Youngster Ann-Sophie vom Hagen trug sich dreifach in die Torschützenliste ein. Das 6:4 (17.) durch Carolina Fischer wie auch das 7:5 (22.) und 9:7 (26.), jeweils durch einen Tanja Schorradt-Siebenmeter, machte Leipzig immer wieder wett und Julia Weise gelang der 9:9-Pausenstand. Nach elf Minuten hatte sich Lucie-Marie Kretzschmar, hübsche Tochter von Handball-Ikone Stefan Ketzschmar, bei einer Abwehraktion der Kleenheimer Defensive verletzt, die Rückraumspielern wurde aber nach der Pause von Leipzigs Trainerin Dr. Marion Mendel wieder eingesetzt.
Nach dem Wechsel ging der HC L durch Röpcke beim 10:11 (35.) per Gegenstoß zum ersten und einzigen Mal in Führung. Die Kleenheimerinnen spielten aber effektiv und wie man spielen muss, um mit den Kräften zu haushalten, und setzten sich nach dem 12:12 (37./Kretzschmar von Linksaußen) sogar auf 16:12 (46.) durch einen herrlichen Heber per Gegenstoß von Katharina Wagner ab. Aber die jungen Kleenheimerinnen blieben natürlich nicht ganz fehlerfrei in der Schlußphase und so nutzte Leipzig Abspielfehler zum 17:17 (58.) durch Pauline Uhlmann von Rechtsaußen. Lucie Marie Kretzschmar gelang das 18:18 67 Sekunden vor Ende, ehe ein Heinzelmann-Siebenmeter Sekunden vor dem Ende den Kleenheimer Sieg bedeutete. „Es war nie so leicht gegen Kleenheim zu gewinnen, das drei Leistungsträgerinnnenn nicht dabei hatte, wir haben drei Siebenteter und einige freie Chancen liegen lassen“, sagte Leipzigs verletzte U 20-Nationalspielerin und Kreisläuferin Isabell Hurst, die nur auf dem Spielbericht stand. „Kämpferisch vor allem war das eine grandiose Leistung von der Mannschaft, vor allem deckungsmäßig, vorne haben wir in dieser Konstellation noch nicht zusammen gespielt“, analysierte ein freudiger Kleenheimer Trainer Julian Reusch. „Vorne haben uns die Lösungen gefehlt, doch wir haben nicht gehadert, ich kann auch niemanden rausheben, entscheidend war heute die gute Aggressivität, das wir Leipzig gezeigt haben, das es heute schwer wird“, bilanzierte Reusch.
SG Kleenheim: Mack, Buhlmann, Jetishi; Fink, Schuch, Schorradt (3/2), Heinzelmann (4/1), vom Hagen (3), Fischer (1), Kiethe (1), Wagner (5), Nau, Winkes (2).
HC Leipzig: Kröber, Kreitczick; Uhlmann (3), Ansorge, Hurst, Weise (3), Kerestely (3), Theilig, Plate, Guderian (2), Greschner (1), Kretzschmar (4), Buth, Röpke (2).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Florian Reuther / Michael Tobiasch (TV Idstein). / Zu-schauer: 260. / Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Fischer, Winkes - Plate). / Siebenmeter: 4/3 - 4/1.
Volkmar Köhler
