(vk) Der Einstand des neuen Kleenheimer Interimstrainers Julian Reusch ist zwar vom Ergebnis her mit einer 21:22 (9:9)-Heimniederlage der SG Kleenheim im Spitzenspiel gegen Germania Fritzlar mißglückt, dennoch war das Team kämpferisch ersatzgeschwächt voll auf der Höhe, so dass Reusch durchaus einen gelungenen Einstand auf der Kleenheimer Bank - trotz der ersten Saisonniederlage - feierte.
Die überragende Nina Hess brachte mit drei Treffern (zwei Siebenmeter) die ohne Tanja Schorradt (Handbruch), Sina Rühl (beruflich) und Jacqueline Fink (verletzt) sowie ab der 40.Minute auch ohne Kim Winkes (verletzt) und in den letzten so wichtigen 111 Sekunden auch ohne Nina Hess (verletzt) angetretenen Kleenheimerinnen beim 3:2 (10.) erstmals in Führung. Die bärenstarke Tamara Heinzelmann sorgte beim 6:4 (15) per Gegenstoß für eine Kleenheimer Zwei-Tore-Führung. Das Kleenheimer 8:6 (20.) durch Heinzelmann, wandelten die Nordhessen in eine eigene 9:8-Führung (25.) durch Franziska Chmurski um, ehe nach Hess-Anspiel Katharina Wagner für den 9:9-Pausenstand sorgte.
Nach Wiederbeginn startete Fritzlar besser, auch wenn Kleenheim bis zum 13:13 (35./Heinzelmann) immer wieder egalisierte. Fritzlar setzte sich dann auf 16:14 (43./Chmurski) ab und auch die Litauerin Vilte Duknauskaite brachte den Gast mit 18:16 (46.) in Front. Der bärenstarken achtfachen Torschützen Esther Meyfarth gelang das 19:17 (48.), 20:18 (51.) und auch 21:19 (54.). Kleenheim blieb durch großen Kampfgeist und tolle Moral immer wieder dran, auch wenn die personellen Alternativen für Trainer Julian Reusch gegen Ende der Begegnung immer mehr schwanden. „Emmy“ Nau schaffte von Rechtsaußen den 20:21-Anschlusstreffer (56.), ehe ein Treffer von Nina Hess von den sehr jungen Schiedsrichterinnen nicht gegeben wurde. Dennoch traf Heinzelmann zum 21:21 (59.). Im folgenden Angriff spielte Fritzlar Linkshänderin Lena Kerwin auf Rechtsaußen frei und die erziele 28 Sekunden vor Ende den etwas glücklichen 22:21-Siegtreffer für den Gast. Kleenheim musste nach einer Auszeit werfen, um Zeitspiel zu verhindern, probierte es dann auch mit offener Manndeckung, was aber nicht mehr von Erfolg gekrönt war, so dass die erste Kleenheimer Heimniederlage feststand.
„Wir haben in der ersten Halbzeit gegen diese Spitzenmannschaft überragend gedeckt, neun Gegentore sagen schon einiges aus, wir haben es aber verpasst, klarer im Angriff zu spielen, wir waren die klar bessere Mannschaft und hätten führen müssen, aber im Angriff waren das zu viele technische Fehler bei uns“, erklärte Kleenheims Interimstrainer Julian Reusch. „Wir sind dann schlecht aus der zweiten Halbzeit heraus gekommen, fanden nicht mehr die Einstellung, sind einem Rückstand dann immer hinter her gelaufen, haben aber eine Riesenmoral bewiesen, nie aufgegeben, kämpferisch super alles gebracht, ich kann da keiner Spielerin einen Vorwurf machen“, bilanzierte Reusch, der einem verlorenen Punkt nachtrauerte, abschließend.
SG Kleenheim: Mack, Buhlmann (40.-54.Min.), Jetishi (n.e.); Hess (9/8), Schuch, Heinzelmann (7), vom Hagen, Fischer (n.e.), Kiethe, Wagner (3), Langenbach, Nau (1), Winkes (1).
SV Germania Fritzlar: Maier, Gürbig (bei vier Siebenmetern); Dietrich, Huck (3/3), Ahrend, Puntschuh, Lorenz, Horn (3), Kerwin (1), Meyfarth (8), Duknauskaite (4), Dreyer, Chmurski (3).
Im Stenogramm / Schiedsrichterinnen: Sophia Janz / Rosana Sug (Oberwiehl). / Zuschauer: 200. / Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Kiethe, Langenbach - Huck, Puntschuh, Kerwin, Duk-nauskaite). / Siebenmeter: 9/8 - 3/3.
Volkmar Köhler