(vk) Eine großartige Serie ist zu Ende gegangen. Nach bislang neun Siegen in neun Spielen der Rückrunde verlor die SG Kleenheim in der Handball-Oberliga Hessen der Männer, auch noch in eigener Halle, beim 27:33 (12:17) gegen eine ersatzgeschwächte ESG Gensungen/Felsberg erstmals in der Rückrunde und hat nun vier Zähler Rückstand auf Tabellenführer HSG Wetzlar U 23, der damit kurz vor der Meisterschaft und dem Aufstieg in die 3.Liga steht.
Neben einer der schwächsten Saisonleistungen der SG Kleenheim litt die Begegnung auch unter einer völlig indiskutablen Schiedsrichterleistung, die Unparteiischen gaben u.a. zwei irreguläre Treffer der Nordhessen, wo jeweils Kleenheimer Spieler in der anderen Hälfte verletzt lagen, stellten beide Kleenheimer Torhüter jeweils vom Platz und verhängten eine Zeitstrafe gegen Eisenhardt, die nie und nimmer richtig war! Kleeheims Trainer Johannes Wohltrab nahm die Niederlage „auf meine Kappe“ wie er im anschließenden Pressegespräch sagte. Wohlrab hatte exakt nach 23 Minuten eine Zeitstrafe kassiert, weil er sich über eine Zeitstrafe gegen Jonas Friedrich Sekunden zuvor allzu sehr echauffiert hatte. „Der Sieg von Gesungen ist absolut verdient, ich bin ziemlich früh aggressiv auf der Bank aufgetreten, habe eine Zeitstrafe kassiert und es sind weitere Undiszipliniertheiten durch die Mannschaft gefolgt, das darf mir so nicht passieren, ich habe mich bei der Mannschaft in der Kabine entschuldigt, ich nehme die Niederlage auf meine Kappe!“.
Ungeachtet dessen „haben wir eine starke Rückrunde gespielt und jetzt das erste Spiel in der Rückrunde verloren“, sagte Wohlrab. In seinem vierten Jahr als Trainer freute sich ESG-Trainer Arnd Kauffeld erstmals „in Kleenheim gewonnen zu haben“. „Was mich aber wundert, wenn eine Mannschaft Zweiter ist und den Tabellenführer noch abfangen kann, dann wären bei uns 600 Zuschauer in der Halle, dennoch macht Kleenheim seit Jahren eine sehr gute Arbeit“ schob Kauffeld nach.
Nicht verteidigt bekam die nicht sattelfeste Kleenheimer Abwehr Top-Werfer Franco Rossel, Vince Schmidt und den körperlich überaus präsenten und robusten Kreisläufer Christoph Koch, die zusammen 18 Treffer erzielten.
Kleenheim ging zwar durch Jonas Friedrich mit 3:1 (5.) in Führung, geriet dann mit 3:5 (10./Rossel) ins Hintertreffen und sah beim 4:10 (16./Jan-Hendrik Walther) sehr schlecht aus. Die Kleenheimer kamen zwar durch Reusch auf 7:10 (20.) wieder etwas heran, machten aber immer wieder Fehler im Spielaufbau oder scheiterten am überragenden Gästetorhüter Marc Lauterbach. Nach dem Pausen-12:17 gerieten die Gastgeber mit 13:19 (32./Koch) ins Hintertreffen. Beim 16:21 (41./Höpfner) verkürzten die Hausherren noch einmal auf fünf Tore den Abstand, ehe die Gäste auf 24:16 (45.) erhöhten durch einen Wurf von Jan Pollmer ins leere Kleenheimer Tor, weil die Hausherren es immer wieder nicht nur bei Zeitstrafen mit einem Feldspieler mehr statt des Torhüters probierten. Am Schluss war es ein offener Schlagabtausch, in dem die Nordhessen immer wieder erfolgreich war gegen eine schwache Kleenheimer Defensive. „Wir waren gleich hellwach, waren aggressiv in Angriff und Abwehr und hatten einen überragenden Marc Lauterbach, der Harpunen artig seine Gegenstöße herausgeworfen hat“, erklärte Kauffeld, für den auch entscheidend war, „dass das Kleenheimer Gegenstoß-Spiel wenig bis nicht stattfand“.
SG Kleenheim: Elsner, Eckhard; Herbel (2), Höpfner (5/3), Keil (1), Straßheim (4), Müller (1), Köhler (4), Weller (1), Eisenhardt (2), Wiener, Kollmann (1), Friedrich (3), Reusch (3).
ESG Gensungen/Felsberg: Lauterbach (2), Mügge; Bauer (2), Rossel (6), Alscher, Schmidt (6), Otto (1/1), Rohde (4), Koch (6), Walther (4), Pollmer (2).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Heiko Heinzel / Jens Wieprecht (HSG Wallau/Massenheim). / Zuschauer: 100. / Zeitstrafen: 12:12 Minuten (Elsner, Eckhard, Eisenhardt, Reusch, Friedrich, Trainer Wohlrab - Rossel/zwei, Alscher, Koch/zwei, Pollmer). / Siebenmeter: 4/3 - 2/1.
Volkmar Köhler