(vk) Das gibt`s doch gar nicht oder das ist total ärgerlich, lauteten die ersten Kommentare nach der vermeidbaren Kleenheimer Auswärtsniederlage! Die SG Kleenheim kassierte im letzten Spiel des alten Jahres, am elften Spieltag in der 3.Handball-Liga Ost der Frauen, beim SC Markranstädt mit 25:26 (10:13) in letzter Sekunde die erste Auswärtsniederlage und nach den bislang vier Verlustpunkten zu Hause (eine Niederlage, zwei Remis) waren dies am Samstag Abend in Sachsen die ersten Minuspunkte in einem Auswärtsspiel. Dass die Kleenheimerinnen weiter Zweiter vor dem punktgleichen HC Leipzig bleiben, ist nur der besseren Tordifferenz geschuldet.
Die Mittelhessen waren nach der 330 km langen Reise offenbar zunächst nicht recht im Bilde. Nina Hess glich per Siebenmeter zum 1:1 (4.) aus, denn setzte sich Markranstädt auf 4:1(9.) durch Sabrina Schmidt ab. Nach knapp 13 Minuten traf Lena Smolik zum 7:2 für die Sachsen, die nach Janina Langenbachs 4:7 (15.) auf 10:4 (19.) davon zogen. „Wir haben die erste Viertelstunde völlig verschlafen, hatten keine Einstellung“, begründete Trainer Julian Reusch. „Das wurde dann besser, wir haben uns bis zur Halbzeit wieder etwas herangekämpft“, erklärte der Kleenheimer Trainer. Sina Rühl verkürzte auf 7:11 (21.) und Katharina Wagner auf 10:13 (29.); mit diesem Stand zu Gunsten der Sachsen wurden auch
die Seiten gewechselt. „Wir hatten uns zur Pause vorgenommen, da weiter zu machen, stattdessen geraten wir wieder mit 11:17 (37.) in Rückstand“, ärgerte sich Reusch. Aber die Mittelhessen kamen wieder zurück ins Spiel und auf 18:20 (45.) durch Tamara Heinzel-mann zunächst heran. Nina Hess gelang per Siebenmeter das 21:21 (51.) und nach Sina Rühls 22:22 (52.), sorgte Janina Langenbach beim 23:22 (54.) für die erste Kleenheimer Führung. Als Sina Rühl den Gast mit 24:22 (54.) nach vorne brachte, schienen Auswärtspunkte greifbar. „Wir haben dann in Überzahl zwei Gegentore zum 24:24 bekommen“, sieht der Kleenheimer Trainer hier einen wesentlichen Knackpunkt der Partie. Dennoch gelingt Heinzelmann die 25:24-Führung (56.) für die Gäste, doch Vanessa Kathner gleicht zum 25:25 (57.) aus. Dann vergeben beide Seiten je einen Siebenmeter und beide Seiten nehmen innerhalb von 51 Sekunden jeder eine Auszeit, ehe die letzte Aktion durch das einzige Feldtor von Jasmin Helen Müller den glücklichen Markranstädter 26:25-Siegtreffer bringt. „Das ist schon sehr bitter, wenn man bedenkt, das wir fast 15 freie Chancen vergeben haben, das ist schon sehr enttäuschend“, sagte Reusch am anderen Morgen zur knappen Niederlage. „Es ist deshalb auch so ärgerlich, weil es nur an uns lag und tut doppelt weh, weil Gedern/Nidda und Fritzlar verloren haben“, so der Kleenheimer Trainer. „Markranstädt hat gut gekämpft, wenn wir nur an die 90 Prozent unserer Leistung bringen, gewinnen wir das Spiel“, ist sich Reusch sicher. Neben Tanja Schorradt (Handbruch) und Lisa Kiethe (Schulter), setzte Trainer Reusch auch Kim Winkes noch nicht ein. Trainingsauftakt nach der Weihnachtspause für die SG Kleenheim wird am Freitag, 5.Januar 2018 sein.
SC Markranstädt: Laneus, Detjen; Müller (4/3), Pöschel (4), Schmidt (4), Dietrich, Smolik (3), Paluszkiewicz, Funke (5), Conrad (2), Kathner (4), Paul.
SG Kleenheim: Jetishi, Mack, Buhlmann; Fink, Hess (8/6), Schuch, Heinzelmann (4), Rühl (4), vom Hagen, Fischer (2), Wagner (4), Langenbach (3), Nau, Winkes (n.e.).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Fabian Friedel / Rick Herrmann (Aue / Zschorlau). / Zu-schauer: 100. / Zeitstrafen: 20:6 Minuten (Schmidt/zwei, Smolik/zwei, Funke/zwei, Conrad, Kathner, Paul/zwei - Rühl, Wagner, Langenbach). / Siebenmeter: 6/3 - 7/6.
Volkmar Köhler