(vk) Trotz der äußerst knappen und unglücklichen Niederlage in allerletzter Sekunde strahlte Kleenheims Trainer Johannes Wohlrab am nächsten Tag schon wieder Optimismus aus nach der 31:32 (12:13)-Niederlage der SG Kleenheim im vorgezogenen Meisterschaftsspiel des zwölften Spieltags in der Handball-Oberliga Hessen der Männer vor 450 Zuschauern in Münchholzhausen bei der HSG Wetzlar U 23. Hätten die Kleenheimer Höpfners 31:31-Remis 23 Sekunden vor Ende gehalten, wäre die Mannschaft als Tabellen-führer in das neue Jahr gegangen. Mit dem sensationellen Treffer von Timo Ludwig in allerletzter Sekunde zum 32:31-Endstand für Wetzlars U 23 geht der Sieger als Spitzenreiter in das neue Jahr und verdrängt die seit Wochen führenden Kleenheimer auf Platz zwei. „Linkshänder Timo Ludwig nagelt den Ball aus dem Null-Winkel heraus über den Kopf von Jens Elsner in das Tor, das war natürlich große Klasse und zeigte das hohe Niveau auf dem sich Timo Ludwig bewegt“, lobt Wohlrab den erfahrenen Ludwig.
Insgesamt sprach der Kleenheimer Trainer „von einem ganz großen Spiel, spielerisch wie taktisch war das ganz hohes Oberliga-Niveau“. Für den Kleenheimer Trainer wäre natürlich „ein Unentschieden das gerechteste Ergebnis gewesen“.
Kleenheims Spielmacher Dennis Köhler eröffnet nach 63 Sekunden mit der Gästeführung das Derby. Lukas Gümbel bringt Wetzlar mit 3:1 (4.) in Führung. Der überragende Kleenheimer Linksaußen Fabian Höpfner zeigte wieder seine Torjäger-Qualitäten und brachte Kleenheim mit 4:3 (10.) in Führung. In dem packenden Derby sollte die Führung noch einige Male wechseln. Jede Mannschaft beherrscht das Gegenstoß-Spiel ziemlich perfekt. Nach dem 5:5 (12.) bringen Reusch und Straßheim Kleenheim mit 7:5 (13.) nach vorne. Höpfner sorgt für die 9:7-Führung (18.) der Gäste, ehe nach vier Toren in Folge Julian Wallwaey die HSG Wetzlar U 23 mit 11:9 (26.) in Führung bringt. Jeweils Fabian Höpfner kann beim 11:11 (28.) und beim 12:12 (29.) wieder ausgleichen, ehe Lukas Gümbel acht Minuten vor dem Pausenpfiff die 13:12-Halbzeitführung der Hausherren markiert.
„Nach der Halbzeit haben wir einige Zeitstrafen kassiert, die Wetzlar zu einer Vier-Tore- Führung genutzt hat“, erläuterte der Kleenheimer Trainer. Lukas Gümbel traf zum 17:13 (37.) und Timo Ludwig zum 20:16 (41.). „Wir haben dann in einer Auszeit gesagt, das wir ruhig bleiben und unser Spiel machen wollen“, verdeutlichte Wohlrab. Und in der Tat: Kleenheim kam zurück und Straßheim schaffte den 20:21-Anschlusstreffer (44.) und beim 24:24 (48.) durch Höpfner gar den Ausgleich. Wetzlar setzte sich aber wieder auf 28:26 ab, ehe wieder Höpfner zum 28:28 (55.) traf. Dennis Köhler konnte auch beim 29:29 (56.) wieder egalisieren. Die Spannung in Münchholzhausen war förmlich greifbar. Auch das 31:29 (59.) 89 Sekunden vor Ende war keine Entscheidung, denn Wiener und Höpfner schafften den 31:31-Ausgleich, ehe die letzte Sekunde über Wohl und Wehe entschied! „Wir sind auf Augenhöhe und wenn wir genauso eine Rückrunde spielen, haben dann Wetzlar zu Hause…“, blickt Wohlrab schon weiter.
HSG Wetzlar U 23: Florian Gümbel, Till Klimpke; Julian Wallwaey (4), Lukas Gümbel (9), Jan Reuschling, Luca Weimer (1), Marvin Lindenstruth (1), Hendrik Schreiber (1), Matthias Schwalbe (2),Tim Weber (1), Fabian Kraft (5/3), Maduwuike Okpara, Lennart Lauber, Timo Ludwig (8/3).
SG Kleenheim: Jens Elsner, Manuel Eckhard; Fabian Höpfner (13/2), Christian Keil, David Straßheim (5), Daniel Schier, Jörg Müller (5), Dennis Köhler (4), Marc Weller, Alexander Faatz, Julian Reusch (2), Micha Wiener (1), Cedrick Kollmann, Torben Weinandt (1).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Zeki Kaplan / Benjamin Scheld (Wiesbaden / Hüttenberg). / Zuschauer: 450. / Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Lukas Gümbel, Lindenstruth, Okpara - Müller/zwei, Köhler/zwei, Wiener). / Siebenmeter: 6/6 - 4/2.
Volkmar Köhler