(vk) Mit zuletzt fünf Siegen in Folge hatte sich die SG Kleenheim in der 2.Bundesliga der Frauen von den Abstiegsplätzen entfernt. Wieder mal mit einem „kleinen Kader“, wie es Trainer Lazar Cojocar nennt, reiste die SG Kleenheim zum abstiegsgefährdeten SV Werder Bremen, der mit einem 33:27 (14:13)-Erfolg auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz vorsprang (21:31). Kleenheim dagegen bleibt mit einem nun ausgeglichenen Punktekonto (26:26) Achter.
Olivia Reeh, die ein phantastisches Spiel mit zehn Treffern machte, war „die Lokomotive für unser Spiel“, lobte Cojocar seine Spielmacherin, erzielte das erste Tor (1:48) und nach einem 1:3-Rückstand auch den 3:4-Anschlusstreffer (7.). Kleenheim begann mit einer 3:2:1-Deckung, die „aber nicht so gut funktionierte“. Nach einer Viertelstunde etwa stellte der Kleenheimer Coach auf eine 6:0-Formation bzw. auch eine 4 + 2-Deckung um. „Es sind viele Tore gefallen, es war ein schnelles Spiel von beiden Seiten“, formulierte Cojocar. Auch wenn Merle Heidergott Bremen mit 7:4 (11.) und Katrin Friedrich per Siebenmeter mit 10:7 (18.) in Führung brachte, kamen die Kleenheimerinnen immer wieder heran und beim 11:11 (27.) durch Andrea Schulz sogar zum Ausgleich. Auch Ringleb zum 12:12 (28.) und Tietböhl per Siebenmeter zum 13:13 (29.) konnten noch jeweils einmal ausgleichen für den Gast. 26 Sekunden vor dem Wechsel gelang Katrin Friedrich der Siebenmeter die knappe 14:13-Halbzeitführung für Werder Bremen.
Nach Wiederbeginn konnten Olivia Rehe beim 15:15 (32.) und Andrea Schulz beim 16:16 (33.) jeweils noch einmal egalisieren. „Wir hatten dann zehn schwache Minuten, in denen Bremen vom 19:18 auf 26:20 weg gezogen ist“, monierte Trainer Cojocar. Leonie Nowak, die mit fünf Treffern eine starke Partie ablieferte, verkürzte auf 22:27 (47.), ehe Bremen durch Alina Otto wieder auf 29:22 (49.) davon zog. Kleenheim verkürzte wieder durch Olivia Reeh auf 24:29 (52.). Nach dem 31:24 durch einen Heinrich-Siebenmeter (54.) war der Sieg der Hanseatinnen perfekt. Kleenheim steckte nicht auf und verkürzte bis zum Abpfiff durch Leonie Nowak und Olivia Reeh mit ihrem zehnten Tagestreffer auf den 27:33-Endstand aus Sicht der Hessinnen.
Kleenheim musste nicht nur die verletzte Torhüterin Lydia Sölva ersetzen, sondern auch die verletzte Tanja Schorradt und die erneut beruflich verhinderte Katharina Wagner. Zu allem Überfluss verletzte sich vor der Pause auch Linkshänderin Anna-Lena Leib und konnte („sie hat es noch einmal kurz probiert in der zweiten Halbzeit“) nicht mehr eingesetzt werden.“Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt und mit dem kleinen Kader so lange es ging, mitgehalten“, sagte Cojocar, der noch einmal alles probierte und kurz auch noch einmal eine 3:3-Abwehr spielen ließ. „Die Schwächephase hat ein engeres Ergebnis verhindert, Bremen war absolut fokussiert auf den Abstiegskampf und hat jede Kleinigkeit bestraft“, erläuterte der Kleenheimer Trainer. Die Gastgeberinnen haben sehr aggressiv gedeckt, wollten die Punkte im Abstiegskampf unbedingt und „haben verdient gewonnen“ (Cojocar).
SV Werder Bremen: Anschütz, Meyer; Heidergott (8), Ferreira Priolli, Friedrich (3/2), Janssens (1), Heinrich (5/1), Neßlage (6/2), Osterthun (1), Bössen, Barger (2), Niemann (5), Otto (2).
SG Kleenheim: Tornow, Mack (41.-51.Min.); Lisa Tietböhl (1/1), Andrea Schulz (2), Heinzelmann, Rühl (1), Anna-Lena Leib, Reeh (10), Ringleb (5/1), Nowak (5), Jensen (3).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Susann Kruska / Sarah Lange (TuS Hellersdorf/HSG Adler Tempelhof). / Zuschauer: 300. / Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Heinrich, Osterthun/zwei, Niemann - Schulz/zwei, Heinzelmann, Nowak). / Siebenmeter: 4/3 - 3/2.
Volkmar Köhler