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Aktuelles - Detail

Der erste Auswärtssieg

Der erste Auswärtssieg wurde kräftig gefeiert / SG Kleenheim gewinnt erstes von vier „Endspielen“ beim Vorletzten SG H2Ku Herrenberg mit 28:27 (15:13) / Doppelschlag von Tanja Schorradt aus dem Rückraum bringt Gäste endgültig auf Kurs / Nicole Weinecker hält den Sieg fest / 370 Zuschauer

(vk) Die SG Kleenheim holt sich nach drei Unentschieden endlich den ersten Auswärtssieg und gewinnt in der 2.Bundesliga der Frauen das erste von vier „Endspielen“ beim Vorletzten SG H2Ku Herrenberg knapp mit 28:27 (15:13) und bleibt weiter mit 18:24 Zählern auf Tabellenplatz zehn.

Nach dem die erstmals in dieser Saison in einem Auswärtsspiel mitwirkende Torhüterin Nicole Weinecker (Lydia Sölva war krank) 16 Sekunden vor Spielende den letzten Ball der Gastgeberinnen parierte, der anschließende Freiwurf in der Kleenheimer Mauer hängen blieb, war der erste Auswärtssieg knapp mit 28:27 (15:13) geschafft. Und die Mittelhessen zeigten Emotionen, tanzten und jubelten lauthals „Auswärtssieg“. Und „Auswärtssieg“ stimmte die Mannschaft auch mehrfach auf der Heimfahrt mit dem Bus an.

„Die Spielerinnen haben alles gegeben, das ist eine tolle Mannschaft, die sich gegenseitig unterstützt“, war Kleenheims Trainer Lazar Cojocar noch Stunden nach dem Schlusspfiff angetan von seinem Team. „Es hat heute die Mannschaft gewonnen, die den Sieg mehr wollte“, sagte Cojocar, der endlich in einem Auswärtsspiel auch einmal annähernd aus dem Vollen schöpfen konnte und neben zehn Feldspielerinnen auch zwei Torhüterinnen aufbot. „Das hat sich absolut gelohnt, das Nicole Weinecker mitgefahren war“, schwärmte Cojocar vom bundesligaerfahrenen Routinier im Kleenheimer Tor. Zuvor hatte auch Meike Tornow ihr Scherflein zum Sieg beigetragen („beide Torhüterinnen haben gut gehalten“). „Herrenberg hat einige gute Spielerinnen in der Mannschaft, es ist mir ein Rätsel, warum dieses Team soweit hinten in der Tabelle steht“, erklärte der Kleenheimer Trainer.

Vor einem tollen Publikum und einer großen Kulisse gingen die Mittelhessen beim 3:2 (6.) durch Tanja Schorradt erstmals in Führung. Franziska Ringleb verwandelte einen Siebenmeter zur Kleenheimer 4:2-Führung (6.) und beim 7:4 (11.) hatte die Kleenheimer Linkshänderin den Gästevorsprung weiter vergrößert. Natürlich gaben die Gastgeberinnen, die zuletzt zwei Siege in Folge feierten, nicht auf und die achtfache Torschützin Lea Neubrander schaffte beim 6:7 (13.) den Anschlusstreffer. Wieder zog Kleenheim das Tempo an und nach zwei verwandelten Siebenmetern der einmal mehr sehr starken Jonna Jensen hieß es 10:7 (17.) für den Gast, beim 12:8 (20.) durch die starke Andrea Schulz hatten sich die Gäste auf vier Tore abgesetzt. Nach dem Herrenberger 10:12 (22.) waren es zwei Treffer der stark aufspielenden Olivia Reeh zum 14:11 (25.) und 15:12 (46.), die die Gäste weiter klar im Vorteil ließ. Reichlich drei Minuten vor Ende des ersten Spielabschnitts verkürzte die Deutsch-Türkin Sulamith Klein auf den 13:15-Pausenstand aus Sicht der Gastgeberinnen.

Nach Wiederbeginn hatte die Heimmannschaft den besseren Start und Lena Degenhardt konnte zum 15:15 (32.) egalisieren. Jensen vom Punkt und Leib holten die Kleenheimer Führung wieder zurück (17:15/35.). In der spannenden Begegnung wechselte die Führung hin und her. Beim 18:17 (38.) traf Degenhardt zur Führung der Herrenbergerinnen. Katharina Wagner traf zum 19:18 (40.) für die Mittelhessen, die erst wieder beim 25:24 (55.) durch schon fast wieder in alter Form spielende Sina Rühl vorne lagen. Nach dem 26:26 (56./Gebhardt-Siebenmeter), fasste sich Tanja Schorradt ein Herz und sorgte mit einem Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden aus dem Rückraum für die Kleenheimer 28:26-Führung (59.), die Lisa Gebhard per Siebenmeter auf den 27:28-Endstand verkürzte, ehe in der Schlussminute Torhüterin Nicole Weinecker den Kleenheimer Sieg festhielt.

„Wir sind am Ende offensiv gegen Lea Neubrander im Wechsel durch Sina Rühl und Jonna Jensen vorgegangen“, erklärte Cojocar, der weitgehend mit einer 6:0-Deckung in den 60 vorangegangenen Minuten operiert hatte. „Wir haben gut den Ball laufen lassen und sind gegen die stabil-aggressive Deckung Herrenbergs durchgekommen“, erläuterte der Kleenheimer Trainer, der auch Andrea Schulz, Olivia Reeh und Tanja Schorradt „eine sensationelle Leistung“ bescheinigte. „In der zweiten Halbzeit ist die Einstellung der gesamten Mannschaft zu loben, die Spielerinnen haben 60 Minuten geackert“, freute sich der Kleenheimer Trainer und genoß mit der Mannschaften den ersten doppelten Punktgewinn in der Fremde.

SG H2Ku Herrenberg: Liede, Staudenmaier; Berger, Frey (1), Klein (4), Sarah Neubrander, Foth (4/2), Lea Neubrander (8), Gebhard (5/2), Stonawski (1), Beddies, Degenhardt (2), Leppert (2).

SG Kleenheim: Tornow (bis 25.Min.), Weinecker (ab 25.Min.); Lisa Tietböhl, Andrea Schulz (1), Schorradt (6), Rühl (4), Anna-Lena Leib (2), Reeh (3), Ringleb (3/1), Nowak, Jensen (7/5), Wagner (2).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Tim König / Sascha Siebert (Langenfeld/Bergneustadt). / Zuschauer: 370. / Zeitstrafen: 4:6 Minuten (Leppert/zwei - Schorradt/zwei, Ringleb). / Siebenmeter: 6/4 - 6/6.

 

 

                                     Volkmar Köhler