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Ausgeglichenes Derby taktisch geprägt

Handball-Oberliga Hessen, Männer: Johannes Wohlrab: „Wir haben nicht so gut gedeckt und nur zwei Gegenstoß-Tore erzielt“ / SG Kleenheim kassiert im Derby bei der HSG Wettenberg mit 25:27 (12:11) erste Saisonniederlage / Cedrick Kollmann und Daniel Schier mit starker Leistung

 

(vk) „Das Derby war über 60 Minuten ausgeglichen und ein Spiel auf Augenhöhe, von unserer Seite war es kein gutes Spiel“, erklärte Kleenheims Trainer Johannes Wohlrab nach der ersten Saisonniederlage mit 25:27 (12:11) am dritten Spieltag im Derby der Handball-Oberliga Hessen der Männer vor 320 Zuschauern in Launsbach bei der HSG Wettenberg. Wie so oft hatte die letzte Minute entscheidenden Charakter. Wettenberg führte 26:25 (57.) durch Niclas Puhl. Nach einem Wettenberger Stürmerfoul bot sich den Kleenheimern rund 30 Sekunden vor dem Abpfiff die Chance zum Ausgleich. Doch ein Foul an Marc Weller - die Kleenheimer waren überhaupt der Ansicht, das es einige Zeitstrafen mehr auf beiden Seiten, hauptsächlich aber für Wettenberg hätte geben müssen - wurde nicht geahndet, so dass Wettenbergs Torhüter Yannick Dellner den Ball per Gegenstoß zu Tobias Henkel passte und der 19 Sekunden vor Ende ins leere Kleenheimer Tor zum 27:25-Sieg und Endstand nur einwerfen musste. Die Kleenheimer waren volles Risiko gegangen, hatten den Torhüter aus dem Spiel zugunsten eines weiteren Feldspielers genommen und die Partie verloren. „Das Spiel hätte auch genauso gut Unentschieden ausgehen können“, sagte Wohlrab. „Gut, das wir nur wenige Tage Zeit haben, denn schon am Freitag kommt Pohlheim zum nächsten Derby nach Oberkleen“, so der Kleenheimer Trainer weiter. In einem taktisch geprägten Derby nahmen beide Seiten mehrfach die Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Parkett. Kleenheim, das zwar mit 3:1 (9.) durch Micha Wiener in Führung ging, lag beim 3:4 (12.) durch Niclas Puhl erstmals zurück. Jörg Müller brachte den Gast mit 6:4 (16.) wieder in Vorteil. Der lange Max Kühn erzielte seine fünf Treffer gegen die Kleenheimer Deckung allzu leicht, war aber für die 11:9-Führung (26.) der Hausherren durch Marcel Köhler per Siebenmeter mit verantwort-lich. Kleenheims Spielmacher Dennis Köhler konnte 58 Sekunden vor dem Wechsel beim 11:11 (30.) wieder ausgleichen und dem schnellen Daniel Schier, der wie Cedrick Kollmann „ein starkes Spiel machte“ (Trainer Wohlrab), gelang mit dem Pausenpfiff die Kleenheimer 12:11-Halbzeitführung.

Auch nach der Pause blieb die Begegnung eng. Kleenheim musste die 15:12-Führung (34.) durch Jörg Müller wieder hergeben (17:17/42.) und lag durch Kollmann beim 19:18 (45.) letztmals vorne. Nach Kollmanns 21:21 (50.) ging Wettenberg durch Lukas Becker mit 23:21 (52.) in Führung. Die Kleenheimer ließen aber insgesamt zu viele Chancen von nahezu allen Positionen aus. Die beiden Außen, die 19 Treffer zusammen in Hünfeld erzielt hatten, kamen nur auf 5/2 Tore an diesem Abend. David Straßheim gelang das 24:24 (56.) und Daniel Schier beim 25:25 (57.) per Siebenmeter der letzte Gleichstand. „Es war schwierig gegen die 6:0-Deckung, wir hatten auch zu viele Ballverluste, waren zu passiv und sind nicht ins Gegenstoß-Spiel gekommen“, monierte der Kleenheimer Trainer.

HSG Wettenberg: Yannick Dellner, Jan Stroh; Dragan Nenad (5/2), Niclas Puhl (3), Lukas Becker (2), Jan Vogel, Kai Olbert, Sascha Puhl (2), Philipp Schneider, Tobias Henkel (4), Marcel Köhler (4/3), Sebastian Kneissl, Max Kühn (5), Aron Weise (2).

HSG Kleenheim: Jens Elsner, Manuel Eckhard; Marc Weller, Fabian Höpfner (2/2), Chris-tian Keil (1), David Straßheim (3), Daniel Schier (6/4), Jörg Müller (4), Dennis Köhler (2), Julian Reusch (1), Micha Wiener (2), Cedrick Kollmann (4),  Alexander Faatz, Yannick Dubiys.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Zeki Kaplan / Benjamin Scheld (Wiesbaden / Hüttenberg). / Zuschauer: 320. / Zeitstrafen:  8:4 Minuten (Niclas Puhl, Becker, Marcel Köhler/zwei - Schier, Reusch). / Siebenmeter: 7/5 - 8/6.

                                             Volkmar Köhler