(vk) Diese Mannschaft ist unglaublich. Woche für Woche steckt die SG Kleenheim immer wieder neue Nackenschläge weg. Ohne die beiden Korsettstangen Jonna Jensen und Tanja Schorradt (beide verletzt) feierte die SG Kleenheim in der 2.Bundesliga der Frauen beim TuS Lintfort mit 35:31 (20:16) den zweiten Auswärtssieg und die Pluspunkte Nummer sechs und sieben (drei Remis) in gegnerischen Hallen. Mit 15:7 Punkten in eigener Halle haben sich die Kleenheimerinnen damit auf Rang neun mit 22:24 Zählern verbessert, befinden sich damit eindeutig auf dem Weg zum Klassenerhalt und haben sich gegenüber dem ersten Abstiegsrang (Platz 13), den der BSV Sachsen Zwickau belegt, sechs Zähler Vorsprung erarbeitet.
„Ich kann mich nur wiederholen, was diese Mannschaft leistet, wir haben in der ersten Halbzeit nahezu perfekt gespielt und die beste Halbzeit gespielt seit ich Trainer in Kleenheim bin und 20 Tore geworfen“, lobte Kleenheims Coach Lazar Cojocar, der Jonna Jensen nicht einsetzte und Tanja Schorradt als Betreuerin neben der ebenfalls verletzten Desiree Euler auf der Bank dabei hatte.
„Wir haben uns die Chancen gut herausgearbeitet und die Tore gemacht, da war die Laufbereitschaft da, wir haben 6:0 gedeckt und das Spiel taktisch und im Kopf gewonnen“, erklärte Cjocar weiter.
Die Kleenheimerinnen lagen in der Sporthalle in der Eyller Straße in Lintfort vor 350 Zuschauer gegen die abstiegsgefährdeten Gastgeberinnen über die gesamten 60 Minuten in Führung. Herausragend die Leistung von Spielmacherin Olivia Reeh, die sich mit der ebenfalls überragenden Andrea Schulz in der Rückraum-Mitte abwechselte, und elf Treffer erzielte. Ganz stark auf Rechtsaußen auch Anna-Lena Leib mit ach Treffern. Ein tolles Spiel lieferte auch Leonie Nowak, die nicht nur vier Treffer erzielte (so viele wie noch nie im Kleenheimer Trikot), sondern mit Oli Reeh den starken Mittelblock bildete, der sehr gut gegen Tatjana van den Broek arbeitete. Nach 89 Sekunden hatte Oli Reeh mit zwei Toren (einen Siebenmeter) die Gäste mit 2:0 in Führung gebracht. Zwar konnte van den Broek den ersten von zwei unentschiedenen Spielständen beim 2:2 (4.) und dann auch beim 5:5 (7.) herstellen, ehe sich die Mittelhessen durch Sina Rühl auf 11:7 (15.) absetzten. Ringleb gelang nach gut 18 Minuten das 14:8 für den Gast, der weiter wie aus einem Fuß spielte, aber ständig eine Führung mit bis zu fünf Toren Vorsprung inne hatte. Nur beim 15:18 (27.) hatte Angelika Bensch den Rückstand für Lintfort auf drei Tore gestellt. Nowak und Schulz gelangen die Treffer zur Kleenheimer 20:16-Pausenführung. „Durch die Ausfälle von Jensen und Schorradt hat die Mannschaft eine tolle Dynamik entwickelt“, erläuterte der Kleenheimer Trainer, der auch nach der Pause keine Bedenken mehr haben musste, das Spiel nicht zu gewinnen. Lintforts Torjägerin Loes Vandewal konnte noch einmal auf 20:22 (36.) den Rückstand verringern, doch Kleenheim war beim 27:22 (44.) durch die überragende Oli Reeh wieder auf Kurs („Oli hat aus allen Lagen getroffen“). Nach Vandewals 27:30 (51.) legte Kleenheims Trainer Cojocar die grüne Karte und prompt erhöhten anschließend Ringleb, die ebenfalls ein starkes Spiel machte, und Nowak auf 32:27 (54.) für die Mittelhessen. Spätestens bei Anna-Lena Leibs achtem Treffer und letztem Kleenheimer Tor zum 35:29 (58.) waren die Punkte für die Spielgemeinschaft eingetütet, auch wenn Lintfort noch Ergebniskorrektur auf den 31:35-Endstand betrieb.
„Die Mannschaft hat einfach Spaß am Handball, das ist eine tolle Truppe, die durch Kampfgeist und schnelles Spiel überzeugt, von Außen kaum etwas zugelassen hat, eine wieder starke Lydia Sölva im Tor hatte und dem Trainer die Arbeit leicht macht“, lobte Cojocar abschließend sein wieder einmal ersatzgeschwächtes „Ensemble“.
TuS Lintfort: Groetelaers, Gosch, Hillig; Legermann (1), Lambertz (2), van den Broek (8), Klein (7), Willing, Bensch (1), Huijsmans, Butzen (1), Taxiera da Silva (2), Feldstedt, Vandewal (9/1).
SG Kleenheim: Sölva, Tornow; Lisa Tietböhl, Andrea Schulz (4), Rühl (1), Anna-Lena Leib (8), Reeh (11/2), Ringleb (6), Nowak (4), Jensen (n.e.), Wagner (1).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Susann Kruska / Sarah Lange (TuS Mellersdorf / Adler Berlin-Tempelhof). / Zuschauer: 350. / Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Klein, Bensch, Taxiera da Silva - Ringleb, Nowak/zwei, Wagner). / Siebenmeter: 2/1 - 2/2.
Volkmar Köhler