(vk) Auch ohne Torhüter Jens Elsner, Micha Wiener (beide verletzt), David Straßheim (privat) und Cedrick Kollmann (mit der US-Nationalmannschaft U 21 in Kolumbien) stand die SG Kleenheim im letzten Meisterschaftsspiel der Handball-Oberliga Hessen der Männer vor dem 17.Saisonsieg bei der TSG Offenbach-Bürgel. Der Tabellendritte aus Mittelhessen verlor aber äußerst unglücklich und ärgerlich am Ende mit 32:33 (17:15), hatte dabei fast 50 Minuten mit zum Teil sechs Toren Vorsprung geführt und den Gegner auch mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft dominiert.
70 Sekunden vor Ende gelang David Rivic der 32:32-Ausgleich. Kleenheims Trainer Wohlrab nahm dann 49 Sekunden vor Ende ein Team-Timeout. Die Kleenheimer kamen nicht zum Abschluss und hätten „Einwurf“ bekommen müssen, die Schiedsrichter pfiffen nicht und Bürgel gelang im letzten Angriff eine Sekunde vor Ende per Kempa-Trick der glückliche 33:32-Siegtreffer. „Sicherlich war der Ausgang für uns ärgerlich“, sagte der Kleenheimer Trainer, der aber ein insgesamt überaus positives Fazit für den Tabellendritten zog. Fabian Hoepfner hat sich mit sensationellen 13/5 Treffer die Torjäger-Krone der Oberliga geholt. Und der junge Torhüter Moritz Schäfer, der einen Siebenmeter parierte, hinterließ einen sehr guten Eindruck.
„Wir sind sehr gut in das Spiel reingekommen, haben gut gedeckt und auch vorne gut gespielt, bis der Schlendrian Einzug gehalten hat“, sagte Wohlrab. Durch Hoepfner per Siebenmeter und Woiwod legten die Kleenheimer eine 2:0-Führung (3.) vor und nach dem Anschlusstreffer der Hausherren, setzten sich die Kleenheimer auf 5:2 (9.) durch den jungen Torben Weinandt ab. Beim 11:5 (16.) durch Julian Reusch lagen die Gäste mit sechs Treffern in Front. Aber nach Marc Wellers 12:6 (17.) verkürzte Bürgel durch Torjäger Nils Lenort auf 10:13 (22.) und bis zur Pause hatte Bürgel den Rückstand auf 15:17 verkürzt.
Kleenheim stabilisierte sich wieder und baute den Vorsprung auf 23:18 (38.) durch Jörg Heimbach aus. Nach knapp 43 Minuten hatten die Hausherren beim 23:24 (43.) durch Nicolas Steinheimer den Anschluss hergestellt. Kleenheim setzte sich auf 28:25 (49.) durch „Phänomen“ Florian Eisenhardt wieder ab. Beim 30:29 (55.) gelang Nils Lenort die erste Führung der Gastgeber überhaupt. Kleenheim konterte wieder und ging durch einen Hoepfner-Siebenmeter mit 31:30 (56.) und einem Treffer von Florian Eisenhardt) mit 32:31 (59.) in Führung, aber es reichte nicht einmal zu einem Punktgewinn. Kleenheims Trainer Johannes Wohlrab beschrieb und wunderte sich nur über das „Phänomen“ Florian Eisenhardt. „Der ist wirklich ein Phänomen, ist ohne Training, erzielte noch einmal fünf Tore und hat eine ungeheuere Willensstärke“. Hauptursache, dass es nicht einmal mehr mit einem Punkt geklappt hat, war für den Kleenheimer Trainer, „das wir vorne keine guten Wurfchancen mehr herausgespielt und keine Lösungsmöglichkeiten mehr gefunden haben, in der zweiten Halbzeit war das kein normales Handballspiel mehr, weil eine Mannschaft entweder Überzahl- oder Unterzahl war“. Dennoch: „Wir haben eine richtig gute Saison nach dem Fehlstart gespielt“, bilanzierte der Kleenheimer Trainer.
TSG Offenbach-Bürgel: Hoppenstaedt (1), Gezer; Kaiser, Zahn, Gotta (3/1), Nastos, Rivic (6), Müller, Hofmann (4), Lenort (10/1), Büdel (1), Cohen (3), Steinheimer (4), Lehmann (1).
SG Kleenheim: Eckhardt, Schäfer (ab 37.Min.); Höpfner (13/5), Keil, Eisenhardt (5), Heimbach (3), Köhler, Weller (3), Woiwod (3), Reusch (1), Friedrich (1), Weinandt (3).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Lebherz/Mostert (Seligenstadt/Heusenstamm). / Zuschauer: 270. / Zeitstrafen: 8:14 Minuten (Rivic, Hofmann, Lenort, Steinheimer - Hoepfner, Heimbach, Weller, Woiwod/zwei, Reusch/zwei). / Siebenmeter: 3/2 - 6/5.
Volkmar Köhler