Skip to main content

Aktuelles - Detail

Noch einmal alles gegeben

Handball-2.Bundesliga, Frauen:

Am Schluss gab es ein paar Tränen / SG Kleenheim gibt noch mal alles bei der 25:28 (10:16)-Niederlage als Gast des HC Rödertal / Beeindruckendes Comeback von Tanja Schorradt / Sechs Siebenmeter ausgelassen

 

(vk) Es war schon ein trauriger Moment als die Zweitliga-Partie der Frauen zwischen dem HC Rödertal und der SG Kleenheim abgepfiffen wurde. Weniger die 25:28 (10:16)-Niederlage der Kleenheimerinnen vor den Toren Dresdens stimmte traurig, vielmehr war es der letzte Auftritt dieser tollen Kleenheimer Mannschaft in dieser Zusammensetzung, die schon vor der Partie nicht nur den Klassenerhalt seit ein paar Wochen, sondern auch den neunen Platz sicher hatte.

Dabei mussten die Mittelhessen auf Tamara Heinzelmann und Torhüterin Lydia Sölva verzichten, boten aber überraschend Tanja Schorradt auf, die sich auch gleich mit vier Treffern wieder eindrucksvoll zurück meldete. „Sie wollte unbedingt spielen“, sagte Kleenheims Trainer Lazar Cojocar, was noch einmal die Einstellung dieser vorbildlichen Spielerin, die sicher nach ihrer Verletzung noch nicht fit war, zeigt. Nachdem Leonie Nowak zwei Zeitstrafen kassiert hatte, sprang Schorradt ein. „Das war einfach super wie sie sich für die Mannschaft reinhängt“, erklärte Cojocar. Bei den Kleenheimerinnen gab es ein paar Tränen nach Spielende, weil der Trainer und ein Großteil der Mannschaft in der nächsten Saison nicht mehr an Bord sind. Auch bei den Gastgeberinnen scheiden Trainer Karsten Moos und einige Spielerinnen aus. „Das Spiel stand natürlich für uns unter besonderen Vorzeichen“, erläuterte der Trainer, immerhin war es der letzte Auftritt der Mannschaft, die sich noch einmal voll reingehängt hat. Rödertal erreichte Platz drei, der zum Aufstieg in die Bundesliga berechtigt. Entgegen kam den Ostdeutschen die Nürtinger Niederlage bei Hannover-Badenstedt.

Kleenheim ging sogar durch Franziska Ringleb und Sina Rühl zwei Mal in Führung, ehe die Litauerin Jurgita Markeviciute mit ihrem dritten Treffer beim 3:2 (9.) für die erste Führung des HC R sorgte. Nach Anna-Lena Leibs 4:4 (12.) setzten sich die Gastgeberinnen auf 7:4 (16.) und dann auf 10:5 (20.) ab. Beim 6:10 (24.) gab Tanja Schorradt ein erstes Signal. Leib verkürzte noch einmal auf 7:11 (25.), ehe Rödertal über 15:8 (28.) auf die 16:10-Pausenführung davonzog.

Nach dem Wechsel hatte Kleenheim den besseren Start: Schulz und Leib verkürzten auf 12:16 (33.) und fortan schienen die Nerven bei den Gastgeberinnen mehr und mehr eine Rolle zu spielen. Zwar führte Rödertal beim 20:16 (39./Selmeci) wieder mit vier Toren Vorsprung, doch verkürzten Reeh und Ringleb auf 18:20 (41.) Bis dahin hatten die Kleenheimerinnen schon vier von sechs vergebenen Siebenmetern ausgelassen. Dennoch gelang dem Gast aus Hessen beim 23:25 (55.) durch Tanja Schorradt wieder die Resultatverbesserung auf einen Zwei-Tore-Rückstand. Darauf hin beantragte HCR-Trainer Karsten Moos ein Team-Timeout und brachte sein Team auf Kurs. Nach einem Doppelschlag von Jurgita Markeviciute war beim 27:23 (57.) knapp vier Minuten vor Ende die Entscheidung gefallen. Kleenheim steckte nicht auf und Olivia Reeh erzielte in ihrem letzten Spiel 40 Sekunden vor Ende mit dem 25:28-Endstand das letzte Kleenheimer Zweitliga-Tor. „In der ersten Halbzeit haben wir in der Abwehr keinen Zugang bekommen und zu viele Tore kassiert, zudem hat der Angriff zu lange gebraucht, um auf Touren zu kommen“, analysierte Cojocar, der nach der Pause die Abwehr wieder umstellte und wesentlich offensiver decken ließ. Wie so viele Mannschaften hatte auch Rödertal Probleme mit der offensiven Kleenheimer Abwehr. „Wir waren zwei Mal bis auf zwei Tore dran, die Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft, es war noch einmal ein schöner Abschied“, fiel der letzte Auftritt unter seiner Regie auch Trainer Cojocar nicht leicht.   

HC Rödertal: Rammer, Hubald; Markeviciute (8/5), Ostwald (1), Nagy (3), Frankova (1), Spielvogel (4), Preis (6), Neustadt, Selmeci (4), Nepolsky, Jäger, Rösicke (1).

SG Kleenheim: Tornow, Mack (21.-30.Min.) Lisa Tietböhl (2), Andrea Schulz (1), Schorradt (4), Rühl (1), Anna-Lena Leib (4), Reeh (5), Ringleb (4/1), Nowak, Jensen (4/1).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Ronny Dedens / Nico Geckert (Magdeburg). / Zuschauer: 677. / Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Markeviciute, Preis - Schulz, Rühl, Nowak/zwei). / Siebenmeter: 5/5 - 8/2.

                                                Volkmar Köhler