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Aktuelles - Detail

Natascha Radulovic im Alter von nur 40 Jahren verstorben †††

Ganz Kleenheim und die drei Stammvereine TSV Niederkleen, TSV Oberkleen und TSV Ebersgöns trauern um Natascha Radulovic.

Natascha beim Kleenheimer Pfingstturnier am 19.Mai 2013 mit ihrem ersten Sohn Mark

Die temperamentvolle und hübsche Serbin spielte von 2000 bis Juni 2005 für die SG Kleenheim, ehe sie zum TV Nellingen wechselte. In den fünf Jahren in Kleenheim ist sie vielen Menschen, auch die, die nichts mit Handball im Sinn hatten, ans Herz gewachsen. Mit ihrer offenen und sehr herzlichen Art hat die Kämpferin viele Freunde gefunden. Sie hat Spuren hinterlassen. Der damalige sportliche Leiter der SG Kleenheim, Jürgen Klein, erinnert sich an die ersten Gespräche mit der jungen Natascha Radulovic. „Es war kurz vor Weihnachten, wir haben Plätzchen gegessen und uns unterhalten“, sagte Klein. Im Januar 2000 war sie dann spielberechtigt für die SG Kleenheim. Der damalige 1.Vorsitzende Werner Althenn hatte sie vom Bahnhof in Giessen abgeholt. „Sie hatte einen Koffer und einen Käfig mit einem Hamster dabei“, sagt Althenn. „Den Hamster hat sie von der Jugendmannschaft geschenkt bekommen, die sie trainiert hatte“, erläuterte Werner Althenn weiter. Natascha Radulovic kam vom Nord-Zweitligisten HSG Marne/Brunsbüttel und kam nach Kleenheim als Ralf Schwarz und Jürgen Klein die Zweitligamannschaft trainierten, dann folgte Sabine Hering und die meiste Zeit von 2001 bis zu ihrem Abschied im Juni 2005 war Hans-Joachim Röhrig ihr Kleenheimer Trainer. Natürlich avancierte sie zur Torjägerin, war Torschützenkönigin und erhielt in den meisten Spielen eine Sonderbewachung des Gegners.

Aber es war nicht nur der Handball, mit dem die am 24.12.1977 gewissermaßen als „Christkind“ geborene Natascha Radulovic zu begeistern wusste. „Sie war ein offener, ganz herzlicher Mensch und eine ganz starke Kämpferin“, sagte Christiane Bork-Werum, damals Spielführerin, die immer mit Natascha Radulovic in Kontakt stand. Nach ihrer Verletzung im zweiten Jahr in Nellingen, erlernte sie den Beruf einer Reiseverkehrsfrau, der schon immer ihr Wunsch war. 

Deutsch hat sich die intelligente Frau autodidaktisch weitgehend selbst beigebracht. Auch um die deutsche Staatsbürgerschaft hat sie gekämpft und erhalten. Nach 18 Jahren durfte sie auch in Deutschland endlich Auto fahren und das nutzte sie in den letzten Jahren, um das Kleenheimer Pfingstturnier zu besuchen. Mit ihrem Mann Allen und den Söhnen Mark (7) und Jack (4) war sie auch bei der letzten Auflage des Pfingstturniers in diesem Jahr auf dem Sportgelände in Niederkleen zugegen. Sie liebte die Menschen und den Kontakt zu ihnen. „Durch den Handball bei Kleenheim ist Niederkleen, Oberkleen und Ebersgöns meine zweite Heimat geworden“, sagte Natascha Radulovic, die sich hier wohl fühlte, und wer sie erlebte (schon mit der Diagnose Krebs, die sie im Herbst 2016 erhielt) sah förmlich wie die Frohnatur regelrecht aufblühte. „Das hat ihr hier so gut getan, noch einmal mit so vielen Menschen, die sie kennt, zu lachen und zu reden“, sagte ihr Mann Allen, der sich mit den beiden Söhnen beschäftigte während die Mama unzählige Menschen begrüßte. Sie war mit vielen Menschen eng verbunden, ihre Art war es, auf die Menschen zuzugehen. „Bei der SG Kleenheim, das waren meine besten Jahre“, hatte Natascha Radulovic immer gesagt. Die Familie Fleck mit Peter und Karin wie auch Sohn Sebastian waren stets in Kontakt mit Natascha. Peter und Karin Fleck haben sie noch einen Tag vor ihrem Tod in der Klinik in Esslingen, wo sie zuletzt mit ihrer Familie lebte, besucht. "Sie hat gekämpft wie es ihre Art war und noch bis zuletzt auf ein Wiedersehen gehofft bei der Verabschiedung“, erklärte Karin Fleck. Am Mittwoch früh (8.8.18) gegen ein Uhr ist Natascha Radulovic im 41.Lebensjahr viel zu früh verstorben. Sie ist im Kreise ihrer Familie gestorben, denn Eltern und ihre Schwester aus Bordeaux waren gekommen. Den Handballern in und um Kleenheim wird sie sehr fehlen.    

                                                                   Volkmar Köhler / Foto: Volkmar Köhler (vk)