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HSG Kleenheim-Langgöns mit Punktgewinn oder Punktverlust?

Das ist im Handball die altbekannte Frage nach einem Unentschieden. Diese stellte sich auch Trainer Marc Langenbach nach dem 25:25 seiner HSG Kleenheim-Langgöns in der Drittliga-Partie (Staffel Ost) bei der HSG Rodgau/Nieder-Roden. In Anbetracht der Tatsache, dass dem Aufsteiger der finale Treffer erst zwei Sekunden vor Spielende gelang, scheint auf einen verlorenen Zähler hinzudeuten, so eindeutig war die Lage allerdings nicht.

(mcs).„Mehr als die Endphase und Ausgleichstreffer ärgert mich das, was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben. Darüber müssen wir dringend reden. Wir haben die kompletten ersten 30 Minuten verpennt, hatten keinerlei Einstellung zum Spiel und keinerlei Zugriff. So dürfen wir uns nicht präsentierten“, fand der SGK-Coach klare Worte für die Vorstellung in Hälfte eins.

Was seine Damen nämlich am Samstagabend im Landkreis Offenbach in der ersten Halbzeit ablieferten, kann wohl mit Fug und Recht als „Nichtleistung“ bezeichnet werden, denn der keinesfalls überragend aufspielende Aufsteiger bestimmte die Szenerie nach Belieben. In der Deckung waren die Gäste immer einen Schritt zu spät und nicht nah genug an den Angreiferinnen dran, im Angriff reihten sich Fehler an Fehler. Und wenn sich doch einmal eine klare Chance erarbeitet wurde, wurde diese oftmals mit einem schwachen Abschluss leichtfertig vergeben. So geriet Kleenheim-Langgöns über das 4:8 (14.) und 6:12 (24.) kurz vor dem Wechsel sogar mit 8:16 (!) in Rückstand, Nele Barnusch gestaltete den Rückstand zur Pause mit ihrem Doppelpack zumindest ein wenig freundlicher (10:16).

Und die wohl deftige Halbzeitansprache Langenbachs schien ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn in der zweiten Hälfte zeigten die Kleebachtalerinnen ein völlig anderes Gesicht, waren in der Abwehr deutlich aggressiver und präsenter, zudem zeigte sich endlich ein konsequentes Angriffsspiel. So sorgte ein 4:0-Lauf nach dem 12:17 (33.) schon für den Anschluss, beim 19:19 durch Kim Winkes (44.) war dann erstmals der Ausgleich hergestellt. Und weil Rodgau mit der Kurzen Deckung gegen Jana Heßler nicht zurechtkam, die Langenbach-Truppe auch in der Folge an die gute Leistung anknüpfte und in der Schlussphase zumeist mit zwei Treffern führte (22:20, 24:22), schien der Auswärtssieg greifbar, vor allem nachdem Ann-Sophie vom Hagen 90 Sekunden vor dem Ende zum 25:23 eingeworfen hatte. Doch Rodgau/Nieder-Roden verkürzte per Siebenmeter, und weil die Gäste wenige Sekunden vor Schluss eine schlechte Wurfauswahl aus ungünstigem Winkel trafen, kamen die Gastgeberinnen nochmal in Ballbesitz und durch Heßler tatsächlich noch zum Ausgleich.

„Natürlich müssen wir das am Ende cleverer spielen, zumal wir auch nicht unter Zeitspiel-Druck standen. Wichtiger war für mich aber, dass wir nach der katastrophalen ersten Halbzeit Moral gezeigt haben und so stark zurück gekommen sind“, resümierte Langenbach abschließend.

Rodgau/Nieder-Roden: Vogt, Kretzschmer, Neubauer – Burgard (2), Pretz (4), Portakal, Laura Keller (1), Bulic, Gotta (4), Koss, Magnago (9/4), Katharina Keller (1), Hess, Heßler (4).

Kleenheim-Langgöns: Hahn, Buhlmann – Barnusch (3), Schuch, Schorradt (6/5), vom Hagen (2), Fischer, Kiethe (2), Weber (5), Langenbach, Karlsson (4), Kneller (2), Winkes (1).

Schiedsrichter: Kreß/Tarka (Kinzigtal). - Zuschauer: 200. - Zeitstrafen: drei (Laura Keller zwei, Burgard) – vier (Schorradt, Kiethe, Langenbach, Kneller). - Siebenmeter: 4/4 – 5/5.