









3.Handball-Liga West, Frauen:
SG Kleenheim reicht bärenstarke Leistung nicht zum Sieg / Nach 19:12-Führung gelingt TV Beyeröhde in der Schlussminute noch der 28:28-Ausgleichstreffer / Einige Zeitstrafen gegen Gastgeberinnen zumindest äußerst fragwürdig (vk) Die SG Kleenheim hat sich mit einer erneut (wie bei den letzten beiden Auswärtssiegen auch ) bärenstarken Leistung im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres und letzten Heimspiel zum Vorrundenabschluss aus der 3.Handball-Liga West der Frauen für dieses Jahr verabschiedet. Dass es nicht zum erhofften dritten Sieg in Folge kam, lag zum einen an der fehlenden körperlichen Robustheit der Kleenheimerinnen und zum anderen an einem bärenstarken Tabellendritten TV Beyeröhde, der in einer turbulenten Schlussphase durch seine Spielmacherin Sandra Münch in der Schlussminute noch den 28:28 (15:11)-Ausgleichstreffer erzielte.„Wir haben gegen die bislang beste Mannschaft einen Punkt abgegeben, wir haben Beyeröhde nach der Pause zeitweise an die Wand gespielt, haben uns dann aber selbst nicht belohnt“, war auch Kleenheims Trainer Constantin Lazar Cojocar der Unmut über den einen verloren gegangenen Punkt anzumerken.
Gästetrainerin Meike Neitsch war dagegen glücklich. „Kleenheim ist wirklich keine schwache Mannschaft, es war schon toll wie wir zurück gekommen sind“, sagte die 48jährige ehemalige Weltklasse-Linksaußen, die beim TV Lützellinden unter ihrem Namen Bötefür Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre spielte und u.a. 1991 mit dem TV Lützellinden Europapokalsieger wurde und seit Saisonbeginn die Wuppertalerinnen trainiert, im anschließenden Pressegespräch. Die Kleenheimerinnen schienen beim 19:12 (37.) durch die einmal mehr überragende Jonna Jensen nach herrlicher Vorarbeit von Annika Bier auf der Siegerstraße, konnten aber dem Anrennen der Wuppertalerinnen schließlich nicht mehr ganz Stand halten.
Nach einer Kleenheimer 2:0-Führung durch die Tore von Annika Bier und Olivia Reeh, die ebenfalls zu den besten Spielerinnen zählte, ging der Gast beim 5:4 (12.) durch Sandra Münch erstmals in Führung. Auch das 6:4 (14.) ging auf das Konto der TVB-Spielmacherin., ehe Kleenheim nach dem 8:8-Ausgleich (18.) durch einen verwandelten Siebenmeter von Desiree Euler beim 10:8 (21.) durch erneut Euler wieder in Führung lag. Mit einem starken Schlussspurt setzten sich die Gastgeberinnen auf 15:11 bis zur Pause ab.
Nach dem Wechsel eröffnete Andrea Schulz mit dem 16:11 (31.) den zweiten Durchgang und beim erwähnten 19:12 (37.) durch Jensen hatte Kleenheim seine ganze Klasse gezeigt und schien die Wuppertalerinnen förmlich an die Wand spielen zu können. Doch dann zeigte auch der Tabellendritte spätestens seine Klasse und kam Tor um Tor heran. Beim 20:17 (43./Laura Sosnierz) war der Kleenheimer Vorsprung schon merklich geschmolzen. Olivia Reeh mit zwei verwandelten Siebenmetern brachte Kleenheim wieder mit 22:17 (45.) nach vorne, doch den Gastgeberinnen fehlte „die körperliche Robustheit“ wie ein Zuschauer treffend bemerkte und auch wohl eine Portion Cleverness. Kleenheims Trainer Cojocar schob die Aufholjagd der spielstarken Gäste auch „auf einige Zeitstrafen gegen uns, die so nicht gerechtfertigt waren“. Hier hatten die Bruchsaler Schiedsrichter kein Fingerspitzengefühl. Gästespielerinnen erhielten zuweilen nur Verwarnungen, wo Kleenheimer Spielerinnen Zeitstrafen aufgebrummt bekamen. Jensen gelang gut neun Minuten vor Ende das 25:21 (51.), doch Rechtsaußen Sosnierz schaffte beim 26:27 (58.) für Beyeröhde den Anschlusstreffer. Olivia Reeh brachte mit ihrem vierten Siebenmetertreffer Kleenheim mit 28:26 (59.) nach vorne, ehe die schnelle Tugba Gürdere Beyeröhde wieder auf 27:28 (59.) heranbrachte. Die Schlüsselszene des Spiels dann 31 Sekunden vor der Schlusssirene: Desiree Euler jagte den Ball zum vermeintlichen 29:27 in die Gästetormaschen, doch die Unparteiischen entschieden – äußerst strittig und nach heftigen Protesten - auf Stürmerfoul. Statt des vermeintlichen Kleenheimer Siegtreffers kamen die Gäste noch einmal in Ballbeseitz und Sandra Münch gelang der sicherlich – von den Spielanteilen und dem Spielverlauf her – etwas glückliche 28:28-Ausgleich und Endstand. „Wir haben gekämpft und den Zuschauern guten Handball gezeigt, haben uns aber nicht belohnt, ich bin stolz wie sich die Mannschaft präsentiert hat“, bilanzierte der Kleenheimer Trainer, der immerhin 5:1 Punkten aus den letzten drei schweren Spielen (darunter zwei Auswärtsspiele) des alten Jahres mit dem Team geholt hatte.
SG Kleenheim: Dauth, Bochis (41.-53.Min.); Schödl (1), Parsons, Bier (1), Andrea Schulz (3), Deuster (1), Salzmann, Leib (2), Reeh (9/4), Eisenhardt, Euler (3/1), Jensen (8), Lorenz.
TV Beyeröhde 1893: Aurich, Bonna (bei einem Siebenmeter, ab 31.Min.); Schindler, Sosnierz (7), Sandra Münch (7), Houben (4), Schwab (3/3), Stefens (1), Gürdere (1), Butzen (1), Lorkowski,
Köhler (4).
Im Stenogramm / Schiedsrichter: Lay/Morlock (Bruchsal). / Zuschauer: 120. / Zeitstrafen: 18:16 Minuten (Parsons, Bier, Schulz/zwei, Salzmann, Reeh, Eisenhardt, Euler, Lorenz – Sosnierz/zwei, Münch, Houben, Schwab/zwei, Butzen, Trainerin Meike Neitsch). / Siebenmeter: 6/5 – 3/3.
Volkmar Köhler